Archive für 24.7.2009

Der ungerechte Lohn

Seit Jahren verfolge ich die brillianten Analysen von Egon W. Kreutzer. Hier mal einer seiner wöchentlichen Paukenschläge:

Kleine Rechenexempel um Geld und Leistung
Als es den Mächtigen zu dumm geworden war, ließen sie durch ihre Experten erklären: “Ein gerechter Lohn ist unmöglich!”
Das sahen die Lohnempfänger ein und hörten auf, einen gerechten Lohn zu fordern, ja sie hörten sogar auf, einen gerechten Lohn überhaupt noch zu denken. So kam es dazu, dass ausgerechnet die lebenswichtigen Arbeiten, zu denen wir im Grunde alle befähigt sind, weil wir nämlich sonst, kurz nachdem der aufrechte Gang erfunden wurde, schon ausgestorben wären, in unserer arbeitsteiligen Welt besonders schlecht bezahlt werden, weil sich der Nachfrager unter den vielen, die sich dafür anbieten, leicht denjenigen auswählen kann, der seine Leistung für den geringsten Lohn (freiwillig oder gezwungen, als Ehrenamtlicher, als 1-Euro-Jobber, als Praktikant, Niedrigst- und/oder Kombilöhner) anbietet.
Jeder, der seine fünf Sinne beieinander hat, erkennt die abgrundtiefe Ungerechtigkeit, die sich damit rechtfertigt, dass die sog. “Gesetze des Marktes” eben nicht die Qualität einer vollbrachten Arbeit oder die innerhalb einer bestimmten Zeit hervorgebrachte Leistung belohnen könnten, sondern dass sich der jeweils gezahlte Lohn ausschließlich am Verhältnis von Angebot und Nachfrage bemessen könne - an was denn sonst.

Das ist aber kein Naturgesetz, sondern eine in unsinnige Formeln verkleidete Lüge, die soweit vom Problem ablenkt, dass es von dieser entfernten Position aus einer Lösung nicht mehr zugeführt werden kann. Daher ist es an der Zeit, den Formeln der marktradikalen Irrlehrer einige einfache und für jedermann nachvollziehbare Rechenexempel entgegenzustellen, die das Gegenteil beweisen und damit das Problem wieder lösbar und den gerechten Lohn nicht nur als möglich, sondern sogar als zwingend notwendig erscheinen lassen.
Die Überlegungen führen u.a. zu der nachstehenden Fragestellung:
Wäre es nicht besser, die für den Exportüberschuss eingesetzte Arbeitskraft für die Befriedigung des Bedarfs im Binnenmarkt einzusetzen?

Wäre es nicht besser, zu arbeiten, um den eigenen Wohlstand zu mehren, statt den eigenen Wohlstand zu reduzieren, um arbeiten zu dürfen?

Alles Weitere dazu finden Sie hier:
http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2009/29.html

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