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Archive für 25.7.2009
Ihre Position zur weltweiten Hungerbekämpfung
25.7.2009 von M.Musil.
Sehr geehrte Bundestagskandidatinnen und Bundestagskandidaten,
im vergangenen Jahr haben wir beobachten müssen, wie es in vielen Ländern zu Hungerrevolten kam, weil die Menschen sich dort ihre Lebensmittel nicht mehr leisten konnten. Das Menschenrecht auf Nahrung ist in vielen Teilen der Welt nicht gewährleistet. Die Zahl der hungernden oder unterernährten Menschen ist auf fast eine Milliarde angestiegen. Das Millenniums-Ziel, den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren, droht zu scheitern. Dafür gibt es viele Ursachen wie beispielsweise die Vernachlässigung ländlicher Entwicklung, unfaire Handelsbedingungen, Umweltveränderungen in Folge des Klimawandels oder die steigende Konkurrenz zwischen Kraftstoff- und Nahrungsmittelproduktion. Diese Ursachen für den weltweiten Hunger müssen auch von der zukünftigen Bundesregierung durch eine kohärente, ressortübergreifende Politik angegangen werden.
Das INKOTA-netzwerk ist eine entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation (www.inkota.de). Seit vielen Jahren unterstützen wir Projekte der ländlichen Entwicklung in Zentralamerika und kennen vor diesem Hintergrund die Probleme der Menschen vor Ort sehr gut. In Deutschland informieren wir mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen über die Ursachen von Hunger und fordern von politischen Entscheidungsträgern eine gerechtere Nord-Süd-Politik.
Im Vorfeld der Bundestagswahl im September möchten wir die Positionen der Kandidaten zum Thema Armuts- und Hungerbekämpfung abfragen und auf unserer Webseite veröffentlichen. Gerne möchten wir auch von Ihnen wissen, wie Sie sich in der kommenden Legislaturperiode dafür einsetzen werden, die Lebenssituation der Menschen in den armen Ländern zu verbessern. Wir möchten Sie deshalb bitten, die beigefügten Fragen (siehe PDF-Formular im Anhang) zu beantworten.
Wir würden uns freuen, wenn Sie trotz Ihres sicher engen Wahlkampfkalenders Zeit finden, die Fragen bis zum 31. Juli 2009 zu beantworten und an bahn@inkota.de zurückzusenden. Ihre Antworten werden wir mit den Positionen der anderen Kandidaten vergleichen und im Internet veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Antworten und bedanken uns recht herzlich.
Mit freundlichen Grüßen,
Evelyn Bahn
Referentin für Landwirtschaft und Ernährung
INKOTA-netzwerk
Greifswalder Straße 33a
10405 Berlin
Tel: 0049 – 30 – 42 89 111
Fax: 0049 – 30 – 42 89 112
Meine Meinung dazu:
Werden Sie sich in der kommenden Legislaturperiode dafür einsetzen, dass…
…die Biokraftstoffproduktion basierend auf Importen aus Entwicklungsländern ausgesetzt und überdacht wird?
Ja
Mein Kommentar:
Der Gedanke der Biokraftstoffgewinnung rührte ursprünglich von der Idee her, Regionen mit Desertationserscheinungen nachhaltig zu begrünen und einen wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen. Dass heute Regenwald für diese Zwecke angeholzt wird ist eine dramatische Fehlentwicklung, die mit den politischen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen der Industrieländer zu tun hat.
…Gentechnik in der Landwirtschaft gesetzlich verboten wird?
Ja
Mein Kommentar
Auch in diesem Wirtschaftsbereich bestimmen die finanziellen Interessen die Entwicklung. Daher ein klares Verbot ohne Wenn und Aber!
…EU-Agrarexportsubventionen sofort abgeschafft werden?
Ja
Mein Kommentar:
Diese Verzerrung der wirtschaftlichen Gegebenheiten muss schnellstens beendet werden.
…Agrarsubventionen an soziale und ökologische Kriterien gekoppelt werden?
Ja
Mein Kommentar:
Wichtiger wäre eine produktionsgerechte Bezahlung der Leistungen durch den Verbraucher. Der Kaufkraftschwund in unserem kranken Wirtschaftssystem verschärft den Wettbewerb im Lebensmittel-Einzelhandel, so daß nur noch mit deflationären Preisen um Kunden geworben wird. Die Hersteller geraten so ungewollt unter Druck und an den Rand der Existenz. Ökologie kann nicht berücksichtigt werden, wenn der Markt zu unökologischem Handeln zwingt.
…die Förderung ländlicher Entwicklung und kleinbäuerlicher Landwirtschaft im Zentrum der deutschen Entwicklungszusammenarbeit stehen muss
Ja
Mein Kommentar:
Dezentrale, verbrauchernahe Versorgungsstrukturen sind die Modelle der Zukunft. Das gleiche gilt für die Energieversorgung. Monopolstrukturen wären kontraproduktiv. Ansätze wie es besser zu machen wäre sind zum Beispiel im Forschungsbericht Forschungsbericht E 5001-15 des Bundesministeriums
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung “Zukunftstechnologien für nachhaltige Entwicklung: Unkonventionelle Ansätze zur Energiegewinnung und Aktivierung biologischer Prozesse.” Zu finden. Wird allerdings ignoriert!
…Entwicklungsländer die Möglichkeit erhalten, ihre heimische Grundnahrungsmittelproduktion vor Billigimporten zu schützen?
Ja
Mein Kommentar:
Sofern diese Grundversorgungsstrukturen noch funktionieren ist deren Schutz vordringlich
… Unternehmen der Lebensmittelbranche gesetzlich zur Einhaltung sozialer und
ökologischer Standards in der gesamten Lieferkette verpflichtet werden.
Ja
Mein Kommentar:
Ein frommer Wunsch, der aber an den Strukturen unseres völlig aus dem Ruder gelaufenen Finanzsystems scheitern wird. Solange eine Wirtschaft unter der Prämisse „Wachse oder weiche“ steht, können diese Kriterien nicht erfüllt werden
Direktkandidat Wahlkreis 205 Montabaur
BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN
Michael Musil
Kopernikusstr. 8 • 56410 Montabaur
Tel.: 02602-180150 • mobil: 0171 933 94 66
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