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Fragen aus dem Westerwald

Dieser Eintrag stammt von M.Musil Am 19.8.2009 @ 14:52 In Allgemeines | Keine Kommentare

Auf [1] www.abgeordnetenwatch.de bekomme ich Fragen gestellt, über die ich mich sehr freue.

Hier ein Beispiel:

Hallo Herr Musil,

Als Wähler interessieren mich weniger die tagespolitischen Geschehnisse
als viel mehr die politischen Überzeugungen, auf deren Basis Sie als
Kanditat für den Bundestag Entscheidungen treffen. In Ihrem Text “Unser
Geldsystem” weisen Sie meiner Ansicht nach recht treffend auf die
Kernprobleme des Kapitalismus hin.

Nun zur Utopie: würden Sie mir – unabhängig von der realpolitischen
Durchsetzbarkeit – zustimmen, dass eine dezentrale, basisdemokratisch
kontrollierte Wirtschaft, die sich an sozialen, ökologischen und
ökonomischen Standpunkten orientiert – zugegebenermaßen ist dies stark
verkürzt dargestellt – eine erstrebenswerte Alternative zu den
verschiedenen Spielarten der Marktwirtschaft sein kann und langfristig auf
Geld in jeglicher Form verzichten könnte? Oder welche Konsequenzen ziehen
Sie aus Ihrer Kapitalismuskritik in Hinsicht auf die Architektur eines
nachhaltigen Wirtschaftssystems?

Viele Grüße,
Eduard B.

und meine Antwort darauf:

Sehr geehrter Herr B.,

Ihrer Argumentationsvorlage kann ich weitgehend zustimmen. Die Wirtschaft der Zukunft wird wieder verstärkt dezentral organisiert sein. Die heutigen Strukturen sind bedingt durch das kranke Geldsystem entstanden und in hohem Maß widernatürlich. Als Verfechter einer “Natürlichen-Wirtschaftsordnung - (NWO) orientiere ich mein Handeln an natürlichen Abläufen. Die sind nicht exponential wie das angedachte permanente Wirtschaftswachstum, dem sich die anderen Parteien als Allheilmittel der anstehenden Kise verschrieben haben. Im Rahmen einer basisdemokratischen Kontrolle - soweit die in einer NWO noch nötig ist -stellt sich die Frage nach einer Parteien-Demokratie. Es wäre m.E. wesentlich zielführender, wenn die “fähigen Köpfe” unserer Gesellschaft die Geschicke in die Hand nähmen, statt die heutigen Marionetten der Hochfinanz.
Die ökologischen und ökonomischen Folgen einer NWO an dieser Stelle darzustellen würde den Rahmen sprengen.

Der Verzicht auf “Geld” in der Zukunft scheint mir allerdings unmöglich. Die Erfindung von “Geld” hat erst die Arbeitsteilung der menschlichen Gesellschaft ermöglicht und zu den wirtschaftlichen und kulturellen Höchstleistungen beflügelt, auf die wir heute zurückblicken können. Die Frage stellt sich vielmehr nach der Form des Geldes. Auch hier müsste ich an dieser Stelle drei Semester Geldgeschichte einfügen um den Hintergrund zu erleuchten. Geld in der heute eingesetzten Form hat sehr viel mit Macht und Gewalt zu tun. Stellen Sie sich doch einmal die Frage, wer eigentlich die Zinsen für die Staatsverschuldung von 1,6 Billionen (das sind 1.600 Milliarden EURO!) kassiert! Das Kopfgeld, das 1948 an alle Deutschen Bürger in Höhe von 40,- DM ausgezahlt wurde war schon Schuldgeld. Der Staat hat nie eigenes Geld besessen und musste es sich immer wieder erneut leihen. Zitat Hans Eichel aus einer PANORAMA-Sendung ([2] www.youtube.com/watch?v=_4FzvwtHKLs): “Das haben wir schon immer so gemacht. Wenn ein Kredit fällig war, haben wir einen neuen aufgenommen und den alten abgelöst.” Schauen Sie sich den Beitrag an und vieles wird klarer. Heute ist alles noch viel schlimmer! Das dumme Geschwätz vom Abbau der Schulden ist Wunschdenken. Die Bundesregierung ist ja kaum noch in der Lage die ZINSEN für die Verschuldung aufzubringen. Leidtragende werden die Bürger sein. Ich wette eine Kiste “Hachenburger”, dass nach der Wahl umgehend mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer begonnen wird.
Nachhaltig - der Begriff stammt aus der Forstwirtschaft - kann eine Wirtschaft nur sein, wenn sie sich den Naturgesetzen wieder anpasst und nicht mehr entnimmt, als die Sonnenenergie nachwachsen lässt. Und mit den fossilen Ressourcen sollten wir noch penibler umgehen. Der Wahnsinn hat Methode - diese Methode muss dringend hinterfragt werden.
Da das in den etablierten Parteien unterbleibt - die eigene nicht ausgenommen - bleibt mir nur die Möglichkeit solcher Befragungen, in denen ich meine Meinung kundtun kann.
Gerne begrüße ich Sie auf einer unserer Veranstaltungen und vertiefe das Thema. Mailen Sie mich an!

++++++++++++++++++++++++++Nachtrag +++++++++++++++++

19.8.2009

Das Guttenberg-Papier
ist die schwarz-gelbe Giftliste für den sozialen Kahlschlag nach der Bundestagswahl. Die Dementis von Frau Merkel und Herr Guttenberg sind verlogen - denn: ALLE Vorschläge aus diesem Papier finden sich bereits im Grundsatzprogramm der CDU von 2007. Das, was Guttenberg als “blanken Unsinn” abtut, ist die Blaupause schwarz-gelber Politik: Abschaffung der Mindestlöhne, Abbau des Kündigungsschutzes, Einführung einer Kopfpauschale, Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Das Wahlprogramm der Union dient nur als Tarnkappe, um die geplanten Härten vor den Wählern zu verstecken. Das sollten wir jetzt auf allen Kanälen kommunizieren.


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[2] www.youtube.com/watch?v=_4FzvwtHKLs: http://www.youtube.com/watch?v=_4FzvwtHKLs

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