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Archive für Oktober 2010
Angela in Onkel Atoms Hütte
29.10.2010 von M.Musil.
Hat Angela Merkel gestern im Bundestag ihre Laufzeit wirklich verlängert? Oder dackelt sie allzu läufig der Reaktor-Reaktion hinterher, so daß die Wähler überläufig werden? Die Überläufer zu den Grünen kommen zwar weitgehend bzw. weitläufig von der FDP - und das hat die Partei der Besserverdienenden auch nicht besser verdient -, aber auch die CDU sackt beiläufig immer tiefer ins demoskopische Schwarze, weil alles im grünen Bereich ist. Der brave bundesdeutsche Wähler, der gerade im erzschwarzen Schwabenländle die bürgerliche Revolution probt, ohne eine Bahnsteigkarte zu lösen, könnte Schwarz-Geld (sorry, Schreibfehler: Schwarz-Gelb sollte es heißen) endgültig zum Auslaufmodell erklären. Genauer: zum Überlauf-Modell, weil das Faß zum Überlaufen voll ist. Und dabei handelt es sich nicht nur um ein Faß, sondern um all die Fässer, die da in Asse still vor sich lecken. Doch die Regierung sagt dem Bürger: Leck my Asse!
Tscha, warten wir’s ab: Wenn im Märzen die Merkel die Wähler einspannt in Baden-Württemberg, könnten die sich plötzlich ganz ent-spannt zeigen. Wie seufzte schon olle Hamlet grün-alternativ: Dies ist ein Ziel, auf’s Innigste zu wünschen. Dabei hielt Hamlet einen Totenschädel in der Hand, allerdings ohne ondulierte Westerwelle. Eine Welle, auf der die Grünen mehr und mehr nach oben gespült werden.
Das könnte jetzt vielleicht so geklungen haben, als sei ich gegen den Atomstrom. Nein, mißverstehen Sie mich bitte richtig. Der Atomstrom ist schon deshalb so wichtig, weil er so billig ist und glücklicherweise auch nicht erneuerbar. Weil es doch die erneuerbaren Energien sind, die so ungeheuer ins Geld gehen. Die werden immer noch subventioniert, und deshalb wird der Strom immer teurer.
So erklären es die Atom-Lobbyisten, die bei uns für die Gesetzgebung zuständig sind (und nebenbei auch für die freie unabhängige Berichterstattung, zum Beispiel im “Spiegel”, das zum Zentralorgan der Anti-Erneuerer geworden ist). Wenn die nuklearen Agenturen der Regierung die Gesetzestexte vorschreiben, geschieht das aus purer Menschenfreundlichkeit, um den zuständigen Ministerien ein bißchen Arbeit abzunehmen. Das ist gewissermaßen ein ehrenamtliches Hobby von jener Lobby, die uns statt blühender Landschaften nun strahlende Landschaften verspricht.
Nur verschweigen diese Strahlemänner, daß die Atomenergie bis heute mit mindestens 165 Milliarden Euro Steuergeldern alimentiert worden ist. Das entspricht einer Subventionierung des Atomstroms von 3,9 Cent pro Kilowattstunde. Hinzu kommen zukünftige Entsorgungs-Kosten von rund 100 Milliarden Euro, die natürlich wir, die Steuerzahler, zu blechen haben. Und wenn die Betreiber der AKWs zudem für eine vollständige Haftpflichtversicherung im Fall eines nuklearen Unfalls aufkommen müßten, also wenn bei Atomkraftwerken die gleichen Haftungsregeln gelten würden wie in allen anderen Wirtschaftsbereichen, wäre der Atomstrom um bis zu 2,70 Euro pro Kilowattstunde teurer und damit weder bezahlbar noch wettbewerbsfähig. Aber wie heißt es so einleuchtend: Atom ist, wenn man’s trotzdem macht.
Zumal wir ja brav unsere Steuermilliarden für die Atom-Industrie löhnen. Die werden allerdings hinterher von den Kraftwerk-Betreibern als angeblich eigene Investitionen auf den Strompreis angerechnet. Das geht ins Geld. Und woran liegt’s. An den erneuerbaren Energien selbstverständlich. Denn durch diese Energien ist plötzlich zuviel Strom da. Deshalb werden auch die Strompreise immer wieder erneuert. Soll heißen: Sie steigen stets von Neuem. Was so neu allerdings auch nicht ist. Ich habe das schon mal erklärt:
So leisten wir uns von unseren Steuerleistungen, die man woanders dringend braucht, Subventionen, die wir nicht kennen, für atomare Investitionen, die wir nicht wollen, die Leistungen erbringen, die wir nicht brauchen, damit hinterher die geleisteten Subventionen als angeblich konzerneigene Investitionsleistungen die Stromleistung, die wir nun tatsächlich brauchen, so verteuern, daß wir sie uns nicht leisten können.
Das ganze nennt sich Leistungsgesellschaft. Ein kleiner Kurs in freier Markwirtschaft. Ein Kon-Kurs, wie üblich.
+++
Ein Beitrag von Martin Buchholz ( Kabarettist)
Buchholz live, mit seinem neuen Programm
“Mißverstehen Sie mich bitte richtig!”:
Am 30. Oktober in Potsdam (Kabarett Obelisk),
am 31. Oktober (und jeden Sonntag) um 16.30 Uhr
bei den Berliner “Wühlmäusen”,
am 1. November in Dresden (Herkuleskeule),
am 4. November in Hannover (Daunstärs),
am 6. November in Osnabrück (Lagerhalle) sowie
vom 10. bis 13. November in Bremen (Packhaustheater).
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Deutsche Medien: Verlacht, verhöhnt und verspottet
23.10.2010 von M.Musil.
Die deutschen Massenmededeien haben den Einfluss auf ihre Leserschaft endgültig verloren. Kaum noch ein Beitrag der den Redakteuren nicht links und rechts um die Ohren gehauen wird.
Für die Massenmedien Deutschlands beginnt eine neue Zeitrechnung. Ihre über Jahre manipulierte und gelenkte Leserschaft folgt ihnen nicht mehr. Bild, Spiegel, Stern oder Focus und viele andere Publikationen sind in ihren Meinungen isoliert und verlieren immer weiter an Boden.
Mittlerweile werden fast sämtliche Artikel durch die Leser in den Foren oder Kommentarfeldern verrissen, sofern man sich noch traut Kommentare zuzulassen. Dies unterbleibt aber immer häufiger bei brisanten Themen. Dort wo Leser-Kommentare noch zugelassen sind, werden Artikel derart ins Lächerliche gezogen, dass man sich wahrlich wundern muss.
Egal ob es um die Themen Integration, Wirtschaft, Innen und- Aussenpolitik und viele Weitere geht, die Macht der Massenmedien ist zerbrochen und man steht in den Sendeanstalten und Verlagshäusern ziemlich isoliert da. Die über Jahre stetig gesteigerte Abkehr vom Volk kann kaum wieder aufgeholt werden und zeigt den Wunsch nach neuen Medien, die das Sprachrohr der Bürger sein sollen.
Die Deutschen haben sich von ihren Medien befreit und lassen sich nicht länger belügen und von einer kleinen Minderheit, die sich mit ihren abstrusen Meinungen von denen des Volkes abgesetzt hat, hinter das Licht führen. Neben der neuen Demo-Kultur ist dies wohl die einschneidenste Veränderung, im sich immer weiter emanzipierenden Volk der Deutschen.
Quelle: http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/4783-Deutsche-Medien-Verlacht-verhhnt-und-verspottet.html
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Wie aktuell und sicher ist dein Wissen?
21.10.2010 von M.Musil.
Liebe Freunde,
wer wie ich, seit vielen Jahren nun (1995) im Internet unterwegs ist,
der sieht sich laufend immer mehr Themen, Theorien und Nachrichten konfrontiert,
die in einer wahren Informationsflut auf jeden einzelnen Menschen von uns einregnet.
Neben neuen Aspekten, Fakten und Erkenntnissen, kommen aber auch immer mehr
Halbwahrheiten, Unwissen, absurde Theorien, politisch oder ideologisch Geprägtes
und kurz eine Menge Quatsch und Blödsinn vor.
Was ist nun wahr und was ist unwahr?
Dies zu prüfen ist nicht immer einfach.
Es bedarf guter Analysen, kritischem Hinterfragen, Sachlichkeit und Objektivität,
doch können wir dies immer bei uns selbst gewährleisten?
Wo wissen wir wirklich den derzeiten Faktenstand und wo “nehmen wir nur an”,
“wo glauben wir”, wo sind wir uns “relativ” sicher?
Wissenschaft ist die Erweiterung des Wissens durch Forschung, dessen Weitergabe durch Lehre, der gesellschaftliche, historische und institutionelle Rahmen, in dem dies organisiert betrieben wird, sowie die Gesamtheit des so erworbenen Wissens. Forschung ist die methodische Suche nach neuen Erkenntnissen sowie deren systematische Dokumentation und Veröffentlichung in Form von wissenschaftlichen Arbeiten. Lehre ist die Weitergabe der Grundlagen des wissenschaftlichen Forschens und die Vermittlung eines Überblicks über das Wissen eines Forschungsfelds, den aktuellen Stand der Forschung.
Entspricht unser jeweils eigener individueller Wissenstand dem aktuellen Stand der Forschung?
Hat vielleicht jemand unter euch eine eigene Theorie, welche einer kritischen und wissenschaftlichen
Prüfung stand hält? Oder beruht vieles von dem was wir “zu Wissen annehmen” oftmals auf Emotionen,
subjektiven Wahrnehmungen, auf eigene Wünsche, Hoffnungen, Träume oder Ablehnungen?
Seid ihr als einzelner Mensch noch bereit hinzuzulernen?
Oder habt ihr ein festgeformtes Weltbild an dem ihr nicht mehr rütteln wollt?
Seid ihr noch bereit hinzuzulernen, euch weiterzuentwickeln und das eigene Potential in seiner Ganzheit auszuschöpfen? Seid ihr Menschen die nach der Wahrheit suchen und subjektive von objektiven unterscheiden könnt?
Habt ihr Lern- oder Arbeitsysteme mit deren Hilfe ihr auch die komplexesten Themengebiete erfolgreich bearbeiten könnt?
Die kulturelle Evolution schreitet immer weiter voran, so dass die biologische Entwicklung kaum Schritt halten kann und somit gefühlt kaum existiert.
Haltet ihr noch Schritt? Seid ihr vorne mit dabei oder hängt ihr einem Glaubensystem an, welches euch die Entscheidung und Verantwortung abnimmt selbst denken und selbst handeln zu müssen?
Seid ihr in eurer persönlichen Entwicklung stehengeblieben oder geht ihr weiter “auf zur Wahrheit”?
Wenn ihr weiterkommen, Dinge hinterfragen und prüfen , mehr Wissen und weitere Erfahrungen wollt
und bereit seid Eigenverantwortung und euer Herz und Verstand zu gebrauchen,
dann freue ich mich euch im neuen Forum begrüßen zu dürfen.
Herzliche Grüße
Euer ABRAXAS
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Hermann Scheer gerstorben
15.10.2010 von M.Musil.
http://www.sueddeutsche.de/politik/spd-hermann-scheer-ist-tot-sie-nann
ten-ihn-sonnengott-1.1012249
SPD: Hermann Scheer ist tot Sie nannten ihn “Sonnengott”
15.10.2010, 08:31
Der langjährige SPD-Politiker und Streiter für erneuerbare Energien,
Hermann Scheer, ist gestorben. In Hessen wäre der linke
Sozialdemokrat fast Wirtschaftsminister geworden.
Über Jahre hinweg hat er Häme einstecken müssen, weil er sich für
umweltfreundliche Energien engagiert und, ja, auch dafür exponiert
hat: Hermann Scheer, der Mann mit seinen ewigen Liedern auf Sonne,
Mond und Sterne, der “Sonnengott”. Am Ende aber sollte er doch recht
behalten - und Anerkennung bekommen.
Scheer
Der langjährige SPD-Politiker Hermann Scheer ist im Alter von 66
Jahren verstorben. (© dpa)
1998 erhielt Scheer für sein Umwelt-Engagement den Weltsolarpreis,
1999 den Alternativen Nobelpreis. Das amerikanische Time Magazine
zeichnete ihn sogar als “Hero for the Green Century” (Held des grünen
Jahrhunderts) aus.
Scheer trat den Sozialdemokraten 1965 bei, engagierte sich auch in
der Studentenrevolte und war seit 1980 Mitglied des Bundestages für
die SPD Baden-Württemberg. Von 1993 bis 2009 gehörte er dem
SPD-Bundesvorstand an. Er war ein beharrlicher Linker, treu der
eigenen Position, überzeugt davon, dass es in der Wirtschaft eine
Öko-Revolte brauche. Beim wirtschaftsfreundlichen Part seiner Partei
galt er als manchem als “Spinner”.
Der Kritisierte wiederum verabscheute die Praktiken der Machtpolitik
à la SPD, die Manöver unter Gerhard Schröder, die Industriepolitik
des Wolfgang Clement. Ihn empörte es richtig, wie die Stars der
rot-grünen Koalition später in Aufsichtsratsposten und über
Beratermandate Industriegelder abkassierten. Das hielt er für
unmoralisch, wenn nicht für korruptiv.
Hermann Scheer, geboren 1944 im hessischen Wehrheim, wuchs in Berlin
auf. Er war ein exzellenter Schwimmer und schaffte es als Fünfkämpfer
zunächst in die Jugendnationalmannschaft, später auch in die
Fünfkampf-Nationalauswahl. Nach dem Abitur diente er freiwillig bei
der Bundeswehr, studierte später in Heidelberg und Berlin Politik-,
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
In den achtziger Jahren machte der SPD-Linke sich für eine aktive
Friedenspolitik und Abrüstung stark. Im SPD-Vorstand brachte Scheer
Ende der 90er Jahre mit Äußerungen, das Nato-Vorgehen im Kosovo sei
ein “Kriegsverbrechen”, den damaligen Bundeskanzler Schröder gegen
sich auf. Dieser meinte seinerzeit sogar, Scheer gehöre aus der
Partei geworfen. Dennoch war seine Nominierung auf der Landesliste
der SPD Baden- Württemberg nie in Gefahr.
Als in Hessen die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti vor zwei Jahren
kurz davor stand, Ministerpräsidentin zu werden, war für ihn eine
tragende Rolle vorgesehen: als Wirtschaftsminister. Hier sollte er
seine Öko-Rezepte durchsetzen.
1988 gründete Scheer die gemeinnützige Vereinigung für Erneuerbare
Energien Eurosolar und wurde deren ehrenamtlicher Präsident. Das
Ziel: die vollständige Ablösung atomarer und fossiler Energiequellen
durch erneuerbare Energien. Mittlerweile hat die Vereinigung zwölf
Sektionen in Europa und weltweit 20.000 Mitglieder.
Mitte der neunziger Jahre gelang es dem profilierten Umweltpolitiker,
zwölf Zeilen ins SPD-Wahlprogramm zu schmuggeln: Erstmals versprach
die Partei darin, 100.000 Dächer in Deutschland mit Solarzellen
auszustatten. Kaum hatte die rot-grüne Koalition 1999 in Berlin die
Macht übernahmen, steckte sie eine Milliarde Mark in das
Solar-Programm.
Immer wieder mischte er sich in die Debatte ein. In dem
Dokumentarfilm “Let’s make money” kritisierte er die Profitsucht von
Konzernen - und das tatenlose Zusehen von Politikern: “Diejenigen
(Politiker), die wissen, was sie da anrichten, haben nur noch einen
kurzen Karrierezeitraum im Blick - nach mir die Sintflut. Und dieses
radikale Kurzzeitdenken, nicht mehr das Denken in längerfristigen
Verantwortungskategorien, ist typisch für das gesamte Neoliberale
Zeitalter. Im Neoliberalen Zeitalter ist alles verkürzt … auf die
aktuelle Erzielung einer höchstmöglichen Rendite, koste es was es
wolle.”
Im derzeitigen Konflikt um Stuttgart 21 war der SPD-Abgeordnete vor
Kurzem noch bei einer Demonstration gegen das Milliarden- Bahnprojekt
aufgetreten und hatte sich für einen Volksentscheid ausgesprochen.
Scheer galt als herausragender Umweltpolitiker seiner Partei, der
auch zahlreiche Bücher schrieb und herausgab.
Alternativer Nobelpreis Für ein besseres Leben
Hermann Scheer im Alter von 66 Jahren gestorben. Er starb am
Donnerstagmittag in einem Berliner Krankenhaus, teilte sein
Abgeordnetenbüro mit. Es sei ein plötzlicher, unerwarteter Tod
gewesen. Er hinterlässt ein Kind.
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Demokratie oder Trugbild
14.10.2010 von M.Musil.
http://www.alpenparlament.tv/playlist/313-demokratie-oder-trugbild
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Mit Hochdruck gegen Ungehorsam
14.10.2010 von M.Musil.
78 neue Wasserwerfer für deutsche Polizeien spritzen bald mit noch höherem Druck aus drei Rohren. Hinzu kommen 52 Spähfahrzeuge mit Zoom und Richtmikrofon
Die Bereitschaftspolizeien der Länder werden mit neuen Wasserwerfern ausgerüstet. Nach einer Ausschreibung von 2008 wurde ein entsprechender Auftrag an die österreichische Firma
Rosenbauer vergeben. In den Genuss der neuen Distanzwaffe kommen zuerst die Länderpolizeien in Hamburg, Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Zwei Fahrzeuge werden noch 2010 übergeben, drei weitere in 2011 ausgeliefert. Der Stückpreis liegt über 900.000 Euro, bis 2019 ist die Anschaffung 78 neuer Geräte für insgesamt 75 Millionen Euro geplant.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33486/1.html
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13.10.2010 von M.Musil.
Warum die NachDenkSeiten wichtig sind
von Konstantin Wecker
Als ich im Jahre 2003 nach einem 10-tägigen Aufenthalt im Irak nach Deutschland zurückkam, war mir klar, dass ein Großteil der Medien über das Land und die Menschen, über das Embargo und die angeblichen Kriegsgründe nur unzulänglich berichtete. Ob bewusst oder weil man Fehlinformationen aufgesessen war, wage ich nicht zu entscheiden. Aber jedem Journalisten, der mir damals vorwarf, ich sei grenzenlos naiv oder ich würde aus populistischen Gründen im Irak mit Hunderten anderer Friedensaktivisten gegen den Krieg der Amerikaner demonstrieren, entgegnete ich, dass ich seine Arbeit machen würde: sich selbst ein Bild machen, anstatt Propaganda nachzuplappern.
»Regierungen lügen« hat Howard Zinn einmal geschrieben, und wenn es darum geht, einen Krieg zu rechtfertigen, wird immer gelogen, und es werden immer humanitäre Gründe vorgeschoben, wenn es ausschließlich ums Geschäft geht und um die militärische Vormachtstellung.
Aufgrund dieser Erfahrung haben meine Frau und ich das Internetportal »Hinter den Schlagzeilen« (hinter-den-schlagzeilen.de) gegründet, das bis heute versucht, täglich Artikel und Beiträge zu verlinken, die in den Leitmedien entweder ausgeklammert oder gut versteckt werden.
Natürlich vernetzten wir uns mehr und mehr mit ähnlichen »Medien von unten« (wie das Ignazio Ramonet schon vor Jahren gefordert hatte), und so begann ich die NachDenkSeiten zu entdecken. Und war von Anfang an begeistert!
Wenn es in Deutschland einen Preis für das Medium mit der besten und kritischsten Informationsdienstleistung für seine Leserinnen und Leser gäbe, das Internetangebot www.NachDenkSeiten.de – auf dem dieses Buch basiert – würde den ersten Preis verdienen. Denn die NachDenkSeiten liefern fünf Tage in der Woche verlässliche Analysen und eine Übersicht über wichtige Artikel und Sendungen in den Medien. Die Autoren stellen sich dem allgemeinen Meinungsstrom und dem Herdentrieb der Leitmedien entgegen. Die NachDenkSeiten sind zum David gegen den Goliath der herrschenden Medien geworden.
Die meisten Medien haben es mittlerweile geschafft, uns mit Informationen zu versorgen, die einzig und allein den Zweck verfolgen, uns abzulenken vom wirklichen politischen Geschehen.
Die NachDenkSeiten führen uns wieder ans Eingemachte. Die Autoren haben keine Angst davor, sich mit Journalisten anzulegen, und vor allem nicht mit großen Verlagskonzernen!
Und das ist unendlich wichtig, denn es scheint, als ob sich keine Zeitung mehr wirklich mit einer anderen – und sei sie noch so unterschiedlich – anlegen will.
Am Ende halten doch alle zusammen. Und deshalb braucht es eben auch die NachDenkSeiten und dieses Buch.
Wer sie liest, zweifelt an dem, was als selbstverständlich hingenommen wird. Vorurteile werden brüchig. Mit neuen Informationen bestückt schaut man dann anders auf unsere gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Probleme.
Wenn es einen Preis für jene Texte gäbe, die politisches Interesse wecken und dazu animieren, sich einzumischen, statt sich davonzumachen, die Autoren müssten prämiert werden. Sie ermuntern dazu, sich wieder an der öffentlichen Debatte zu beteiligen, auch wenn bei der Lektüre ihrer Texte die erste Reaktion Empörung ist.
Wenn es einen Preis für Unbestechlichkeit des Denkens gäbe, die Autoren dieses Buches und der NachDenkSeiten müssten ihn bekommen. Manchmal geht mir ihre Unabhängigkeit und ihre Scheu, sich vereinnahmen zu lassen, schon ein bisschen zu weit. Ich neige zum Beispiel der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens zu. Die Autoren dieses Buches lassen sich allerdings auf diesen Traum nicht ein. Weil sie ihre Aufgabe darin sehen, ihre Leserinnen und Leser davon abzuhalten, Ideen und Konzepten hinterherzulaufen, die nicht zu Ende gedacht sind.
In diesem Punkt haben sie mich noch nicht ganz überzeugt…
Aber das ist ja nun mal das Interessante an den NachDenkSeiten und an den Texten dieses Buches: Die Autoren erwarten nicht, dass man ihnen blind vertraut oder gar irgendeiner Ideologie folgt.
Sie klären auf, hinterfragen und recherchieren.
Ihr kritischen Texte ersetzen nicht die Medien, sie ergänzen sie. Sie reagieren auf Beiträge, Meldungen und Berichte. Decken auf und: denken nach.
Die Autoren haben trotz aller Preiswürdigkeit bisher außer dem »Alternativen Medienpreis« keinen bedeutenden Preis bekommen. Das ist leicht zu erklären. Wer hierzulande den Meinungsmachern auf die Finger schaut, ist nicht gut gelitten. Wer Medienschelte betreibt, bekommt den geballten Widerstand der Medienmacher zu spüren.
Die Autoren der NachDenkSeiten-Texte brauchen keinen Preis. Wichtiger ist, dass sich die Leserinnen und Leser melden und sich besser informiert fühlen, sich wieder ihre eigenen Gedanken machen und sich vor allem wieder in öffentliche Angelegenheiten einmischen.
Mit den NachDenkSeiten erreichen die Autoren heute täglich über 50 000 verschiedene Leserinnen und Leser. Mehr als fünfeinhalb Millionen Mal werden die Seiten im Monat aufgerufen. Unter denNutzerinnen und Nutzern sind überdurchschnittlich viele mit hohem politischem Interesse, Künstlerinnen und Künstler, Betriebsräte und Freiberufler, Lehrerinnen und Lehrer, Studierende, Gewerkschafter, Kirchenleute und vor allem auch viele Journalistinnen und Journalisten. Die NachDenkSeiten gelten als einer der größten politischen Blogs in Deutschland. Das ist bemerkenswert und bei einem nichtkommerziellen, ehrenamtlichen Projekt wirklich bewundernswert.
Es ist beeindruckend, dass sich um die NachDenkSeiten und -Jahrbücher ein Netzwerk der Gegenöffentlichkeit gebildet hat. Viele Nutzerinnen und Nutzer liefern täglich Argumente und Dokumente. In über hundert Gesprächskreisen treffen sich Menschen zum Gespräch und zum Gedankenaustausch über drängende Fragen unserer Zeit. Für mich ist es – wie für viele andere – zur täglichen Routine geworden, nach der Lektüre der Tageszeitung einen Blick in die NachDenkSeiten zu werfen.
Die Autoren sind vor drei Jahren dem Wunsch vieler Leserinnen und Leser nachgekommen, nicht nur im Netz zu veröffentlichen. Sie wollen mit einer thematisch geordneten Zusammenstellung einschlägiger Texte in einem Buch Menschen eine Informationsquelle bieten, die keinen Internetzugang haben; sie kommen damit zugleich dem Wunsch vieler Leserinnen und Leser nach, die gerne wichtige Fakten und Argumente schwarz auf weiß, also gedruckt, haben wollen.
Jetzt haben sich die Autoren entschlossen, das Kritische Jahrbuch nicht nur über die NachDenkSeiten anzubieten, sondern auch über den Buchhandel. Diesem Vorstoß wünsche ich großen Erfolg. Und den Lesern einen Erkenntnisgewinn, der bereichert und obendrein Spaß macht.
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Banken erfinden Geld aus dem Nichts!
13.10.2010 von M.Musil.
Warum das Finanzsystem ein Betrugsmodell ist, was Bilanzen damit zu tun haben und warum der ultimative Crash droht, erklärt der Wiener Wirtschaftwissenschafter Franz Hörmann
Die Zusammenhänge sind auch völlig absurd, wenn man sich Folgendes überlegt: Der Staat verschuldet sich bei den Banken, um die Zinsen der Schulden, die er bei den Banken hat, zu begleichen oder um die Banken zu retten, bei denen er selber Schulden hat. Da versteht ja keiner mehr, wer eigentlich bei wem Schulden hat und was Schulden eigentlich sind.
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Betriebsbedingte fristlose Kündigung!
1.10.2010 von M.Musil.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Ministerinnen und Minister,
wir, das Volk als Souverän der demokratischen Bundesrepublik Deutschland, teilen Ihnen hiermit mit, dass wir Ihre Arbeitsverträge mit sofortiger Wirkung aufgrund betrieblicher, volkswirtschaftlicher und sozialer Gründe kündigen. Sie verlieren hiermit sämtliche Ansprüche aus diesen Arbeitsverträgen. Ebenfalls können wir für Ihre Pensionen, Diäten, steuerfreie Zuschläge und sonstige Leistungen nicht mehr aufkommen. Dies ist eine Notmaßnahme, da unser Unternehmen - der deutsche Staat - kurz vor der Insolvenz steht.
http://www.wir-treten-zurueck.de
Unterstützen!
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