Archive für Juli 2011

Und wieder eine Hungersnot: Warum man nicht für Afrika spenden sollte

Udo Ulfkotte

In den kommenden Wochen werden wir mit Spendenaufrufen für Afrika von den Medien bombardiert werden. Dort gibt es mal wieder eine große Hungersnot. Die kommt so »überraschend« wie der Wechsel der Jahreszeiten. Immer wieder werden bei Großereignissen wie etwa dem legendären Live-Aid-Konzert große Summen für Afrika gesammelt, damit es dort endlich keinen Hunger mehr geben soll. Und dann kommt die nächste Hungersnot. Warum nur? Wer jetzt Geld spenden will, der sollte einige Fakten kennen.


In Somalia, Kenia, Äthiopien und Sudan drohen bis zu zwölf Millionen Menschen zu verhungern. Und nun sollen wir Europäer (wieder einmal) das nächste Rettungspaket finanzieren. Allein in Kenia brauchen 3,5 Millionen Menschen nun Lebensmittellieferungen. Das ist nicht verwunderlich, denn Kenia hat seine Rüstungsausgaben um 25 Prozent erhöht und gibt weit mehr Geld für Waffen als

für die Ernährungssicherung der eigenen Bevölkerung aus. Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise geben alle afrikanischen Staaten immer mehr Geld für Waffen aus. Auch Äthiopien – ebenfalls schwer von der Dürre betroffen – hat gerade erst angekündigt, die Rüstungsausgaben noch weiter erhöhen zu wollen. Somalia – ebenfalls vom Hunger betroffen – ist trotz eines UN-Waffenembargos inzwischen einer der größten Waffenumschlagplätze Afrikas, die Waffenhändler geben in Mogadischu ungeniert Interviews. Die somalischen Piraten bedrohen die internationale Schifffahrt und kapern neben Öltankern vor allem auch Containerschiffe mit Lebensmitteln, von deren Reedereien sie Lösegeld erpressen. Das ist einträglicher als selbst der Feldarbeit nachzugehen. Und genau wegen dieser somalischen Piraterie sind die Lebensmittelpreise für die somalische Bevölkerung um 20 bis 30 Prozent gestiegen, weil nur noch wenige Frachtschiffe bereit sind, die somalischen Häfen anzulaufen. Auch für das Welternährungsprogramm (WFP) wurde es zunehmend schwieriger, die Hilfsbedürftigen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, weil immer weniger Schiffseigentümer bereit sind, ihre Containerschiffe in die Region fahren zu lassen. Die Somalier haben sich selbst den Ast abgesägt, auf dem sie sitzen. Mehr noch: Die somalische Piraterie verteuert wegen der steigenden Versicherungsgebühren auch unsere Lebensmittelpreise. Und nun sollen wir denen, die unsere Lebensmittelpreise verteuern und unsere Schiffe kapern, auch noch Lebensmittel frei Haus liefern? Mit Südsudan ist es bei der Hilfsbedürftigkeit nicht anders. Südsudan ist ein rohstoffreiches Land, hat mehrere Milliarden Barrel Erdöl. Die Förderungen aus den Ölfeldern könnte man auf dem Weltmarkt leicht für Lebensmittellieferungen eintauschen – wenn man wollte. Dummerweise macht Südsudan nun genau das, was die Hungerleider Kenia und Äthiopien seit Jahren machen: Das Land gibt nun erst einmal einen großen Teil der Öleinnahmen für Waffenlieferungen aus. Die Amerikaner bauen jetzt einen großen (amerikanischen) Militärstützpunkt in Juba/Südsudan. Von dort aus wird ganz bestimmt nicht die Verteilung von Lebensmittellieferungen koordiniert. Es geht vielmehr um Waffengeschäfte.
Der Autor dieses Berichts war von 1986 bis 2003 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der politischen Redaktion auch für Afrika zuständig. All das, was ich oben beschrieben habe, habe ich Land für Land immer wieder genauso erlebt. Und die ganze Hilfsindustrie ist nichts anderes als eine Beruhigungspille für das ständige schlechte Gewissen von Europäern. Ausnahmslos alle großen Ankündigungen, den Hunger in Afrika endlich zu besiegen, sind in den letzten Jahrzehnten brutal gescheitert. Das liegt nicht etwa an den afrikanischen Bürgern. Und es liegt auch nicht an uns. Es liegt an miesen Machteliten in Afrika und auch hier bei uns. Die skrupellosen Politgangster kalkulieren knallhart unser schlechtes Gewissen ein. In Wahrheit geht es ihnen nur ums Geschäft. Kanzlerin Merkel war gerade auf Werbetour in Afrika für die Rüstungsindustrie. Da geht es um Aufträge in Milliardenhöhe. Und für die Hungernden in Afrika hat sie »großzügig« eine Million Euro als deutsche Hilfe angekündigt. Den Rest sollen wir nun spenden. Und dann läuft der Rüstungshandel munter weiter. Wie immer. Und deshalb spende ich keinen Cent. Ich mache das zynische Spiel nicht mehr mit.

Nun werden viele Leser empört sagen, man könne doch die armen Afrikaner nicht weiter hungern lassen. Diese Gutmenschen wissen wahrscheinlich nicht, was in Wahrheit mit dem Großteil des Geldes passiert, das sie gegen den Hunger in Afrika spenden: Sobald sich eine Hungersnot abzeichnet, erhöhen die Regierungen in den betroffenen Gebieten sofort die Landegebühren für Flugzeuge und die Liegegebühren für Schiffe mit Hilfsgütern. Auch die Mietpreise für LKW, mit denen die Hilfsgüter transportiert werden, steigen sofort (natürlich auch die Treibstoffpreise). Zudem werden hohe Zölle fällig. Jeder will jetzt nur noch eines: abkassieren! Im Klartext: Mindestens die Hälfte eines gespendeten Euro wandert in die Taschen von skrupellosen Geschäftemachern, die mit den jeweiligen Regierungen der Hungergebiete zusammenarbeiten. Der Kampf gegen den Hunger ist eine riesige Industrie, bei der am Ende nur eine Gruppe profitiert: die der Geschäftemacher. Das wiederholt sich alle paar Jahre. Und immer wieder spenden wir. Das freut die Geschäftemacher. Bei den Hungernden kommt letztlich nur ein winziger Bruchteil der Hilfe an. Die mit den Spendengeldern gekauften Lebensmittel verschwinden in dunklen Kanälen und tauchen sehr schnell auf den regionalen Märkten auf, wo sie nicht etwa verteilt, sondern verkauft werden. Hungernde können sich aber keine Einkäufe leisten. Jede Hilfsorganisation weiß das. Und dennoch sammeln sie wieder Geld mit rührigen Bildern hungernder Kinder. Schließlich arbeiten sie ja auch selbst nicht uneigennützig. Denn auch die Hilfsorganisationen nehmen sich einen weiteren Teil der Spendengelder. Und am Ende bleibt fast nichts für die wirklich Bedürftigen übrig. Zudem: Seit Jahrzehnten unterstützen europäische Steuerzahler den Aufbau von Lebensmittellagern in potenziellen afrikanischen Hungerregionen. Und wenn eine Hungerkrise kommt, dann sind sie weitgehend leer. Auch das ist seit Jahrzehnten so. Schließlich zahlen wir doch gern ein weiteres Mal, oder?

Libyen? Warum kommt das nicht bei uns in den NAchrichten?

Prof. Hankel

Schäubles Waterloo - Bundesverfassungsgericht: Die Euro-Rettung steht unter dem Verdacht des Verfassungsbruchs

Beitrafg von Prof.Dr. Hankel

Die Szene am 5. Juli in Karlsruhe ist ebenso gespenstisch wie politisch explosiv. Da erklärt das höchste deutsche Gericht, es wolle die hunderte von Milliarden kostende Rettung der Euro-Währung rein rechtlich “unter Ausschluß ökonomischer Argumente„ (so der Präsident des Bundesverfassungsgerichts) behandeln. Da rechtfertigt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) seinen Aktionismus in dieser Sache damit, man habe im Mai 2010 vor der “Notsituation„ gestanden, eine Staatspleite Griechenlands mit unabsehbaren Folgen für das Finanzsystem und die Gemeinschaftswährung abwehren zu müssen  eine mögliche Kettenreaktion, gefährlicher als die nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008.

Wie viele Straftatbestände kommen hier zusammen? Der deutsche Finanzminister bekennt sich offen  wie seine bisherige französische Amtskollegin Christine Lagarde, die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF)  zum Bruch der EU-Verträge, die genau dieses, nämlich die Haftung von EU-Staaten für andere (No-Bailout-Klausel) ausschließen. Schäuble betreibt mit Steuergeldern, was privatrechtlich unter Strafe steht: Konkursverschleppung in Griechenland und anderen Defizitländern der Euro-Zone. Und was noch schwerer wiegt: Er geht über “das Königsrecht des Parlaments„ (so einer der Verfassungsrichter) hinweg und verpfändet eine dreistellige Milliardensumme fast in der Größenordnung des Bundeshaushaltes auf Jahre hinaus für Hilfsaktionen, von denen er noch nicht einmal darlegen kann, ob diese Reparaturen am Haus Europa überhaupt notwendig sind und wem sie nützen: Griechenland, dem Finanzsektor, der sein in Griechenland verzocktes Geld dadurch wieder erhält, oder dem Euro. Und das aus dem Munde eines Ministers, der bei Amtsantritt geschworen hat, “Schaden vom deutschen Volk abzuwehren„ (Artikel 56 Grundgesetz). In jedem anderen demokratischen Land sähe sich ein solcher Finanzminister den bohrendsten Fragen von Öffentlichkeit, Medien sowie der parlamentarischen Opposition ausgesetzt. Doch diese interessiert offenbar der Frauen-Fußball mehr als die Perspektiven der Staatsfinanzen. Jetzt wäre Unruhe allererste Bürgerpflicht  denn es geht nicht nur um die Zahlungs- und Funktionsfähigkeit des Staates, sondern das Einkommen aller Bürger “nach Steuerabzug„. Dieser Staat dürfte nach Erfüllung der für Europa eingegangenen Verpflichtungen noch weniger “netto„ von “brutto„ übrig lassen als bisher. Wolfgang Schäuble weiß, warum er die Steuersenkungspläne seines FDP-Kollegen Philipp Rösler aus dem Wirtschaftsressort und seiner Kanzlerin für “Träumereien„ hält.

Kein Parlament, auch nicht das deutsche, darf unter Zeitdruck und dem Zwang einer “behaupteten, aber nicht bewiesenen Notsituation„ seine Kontrollpflichten vernachlässigen, so Dietrich Murswiek, Direktor des Instituts für Öffentliches Recht an der Uni Freiburg und Prozeßvertreter des in Sachen Euro-Rettung klagenden CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler. Diese Kontrollpflichten sind unabdingbar. “Not kennt kein Gebot„, gilt nicht für den Gesetzgeber. Doch hat diese angebliche Notsituation wirklich bestanden und besteht sie noch immer?

Der Verfasser hat dem Gericht erläutert, warum erst die überstürzt und mit fragwürdiger Begründung beschlossenen “Rettungsschirme„ für Griechenland und den Euro die jetzigen Probleme geschaffen haben. Hätte man Griechenland im Mai 2010 keine Hilfe gewährt, was wäre geschehen? Das Land hätte die Euro-Zone verlassen, es hätte seine neue Währung kräftig abgewertet. Das Ausland hätte Griechenland freiwillig einen Schuldennachlaß (haircut) anbieten müssen, denn die Alternative wäre gewesen, kein Geld aus Athen zu bekommen, weil es seine Auslandstransfers eingestellt hätte. Griechenland befände sich seit einem Jahr auf Erholungskurs, denn es brauchte weder die demokratiefeindlichen noch die ökonomisch unsinnigen Auflagen von EU und IWF erfüllen. Der Euro wäre nach dem Ausscheiden der Konkursstaaten kräftiger denn je! Denn aus wie vielen Staaten eine Währungsunion besteht  aus 17, 16 oder nur 12  kann nicht politisch beschlossen werden. Das entscheidet einzig und allein die innere Stabilität der die Währungsehe eingehenden Staaten (und ihr Wille, sie auch zu wahren).

Wie auch immer man es dreht und wendet: Ein Finanzminister, der seinen Haushalt sprengt, Deutschlands Rolle als Finanzier konkursreifer Staaten in Europa unbegrenzt festschreibt, seine Mitbürger um den Gegenwert ihrer hart verdienten und erbrachten Steuerleistungen prellt, indem er es ermöglicht, daß europäische Pleitestaaten die eigene Steuerleistung durch Kredite und Hilfszahlungen aus der EU “ersetzen„ können und diese Generation und die folgenden aufs Schwerste mit untragbaren Steuerhypotheken belastet  ein solcher Finanzminister wäre in jedem anderen Land politisch ein toter Mann. Wollte Angela Merkel wirklich Schaden vom deutschen Volk abwehren, (was auch sie geschworen hat) und ihr Überleben im Amt sichern, sie müßte diesen Minister jetzt entlassen. Denn nach dem Spruch aus Karlsruhe, wie immer er ausfällt, ist es für sie zu spät. Dann haftet auch sie für einen Minister, der mit Starrsinn, Unbelehrbarkeit oder mangelnden Fachkompetenz  man kann sich den Grund aussuchen  sie und ihr Kabinett ins politisch Aus manövriert hat.

Ihr

Prof. Dr. Wilhelm Hankel  http://www.dr-hankel.de/

2 Bio

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aus der RHEIN-Zeitung

Die Billlionenflut

Ihnen kommt dieser Titel bekannt vor?  (Egon W. Kreutzer)

Ja, ich gebe zu, ich habe vorgearbeite, im Okober 2008 hab ich das geschrieben, was ich Ihnen heute noch einmal anbiete, und
ich bin mir sicher, heute werden es weit mehr Menschen verstehen, worauf es ankommt -und worauf nicht.

Es ist so meine Art, die Themen aufzugreifen und auf das mögliche Ziel hin durchzuspielen, lange bevor sie von all denen
behandelt werden, die sich als “Nachträgliche Erklärer” immer schnell um den offenen Brunnen versammeln und über das
hineingefallene Kind jammern - ohne dabei auf die Idee zu kommen, hinunterzusteigen, und nachzusehen, ob es noch zu
retten ist, und ohne auf die Idee zu kommen, die Sicherung aller anderen offenen Fallgruben zu verlangen.

Nur diesen einen Brunnen, den, meinen sie, den sollte man jetzt doch, falls dadurch die Wasserentnahme nicht erschwert wird,
irgendwie sichern.

Hier ein Auszug aus diesem Paukenschlag, als Appetithappen

Früher opferte man den Drachen Jungfrauen.

Heute opfert man den feuerspeienden Gierschlünden, die es sich am oberen Ende der Skala der Unersättlichkeit gemütlich gemacht haben, scheinbar nur Geld. Dabei füttern wir sie über Zinsen, Dividenden, Mieten, Pachten und Lizenzgebühren beständig mit ungefähr einem Drittel dessen was die Schaffenskraft und das Leistungsvermögen der gesamten Menschheit hervorbringt - und nun sollen sie, nur damit sie “das Finanzwesen nicht zerrütten” - noch einmal mit Billionen von Dollars und Euros gefüttert werden.

Man sollte ihnen das Finanzwesen aus der Hand nehmen.

Sie waren es, die es zu ihrem Nutzen und unserem Schaden - dahin gebracht haben, wo es heute ist.

Die vielgeschmähten Bankmanager, denen man die Gier und die Unersättlichkeit vorhält, denen man die Gehälter kürzen und die Privilegien nehmen will, um ein Exempel zu statuieren oder “Gerechtigkeit” zu inszenieren, sind doch nicht die Profiteure. Es sind die Handlanger der Profiteure. Diejenigen die sich für ein paar Millionen pro Jahr die Finger schmutzig machen, damit den eigentlichen Profiteuren die Milliarden zufließen. Wenn ein Herr Ackermann mit der Deutschen Bank im letzten Jahr 6,5 Milliarden Gewinn - nach Steuern (!) - für die Aktionäre eingefahren hat, dann liegt sein Jahreseinkommen von 14 Millionen (vor Steuern) bei lediglich 2,15 Promille.

Zum Vergleich: Hätte Joseph Ackermann beim Waldspaziergang einen Lkw, mit 6,5 Milliarden Euro auf der Ladefläche, gefunden und, ehrlich und bescheiden, wie er nun mal ist, im Fundbüro abgegeben, dann stünden ihm nach deutschem Recht volle 3 Prozent Finderlohn zu, also 195 Millionen. Nur fürs Finden!

Da muss man sich, selbst als Vorstandsvorsitzender mit einem Jahreseinkommen von 14 Millionen Euro, dann schon fragen, ob es wirklich gerecht zugeht, auf der Welt.

Einer Gesellschaft, welche die unbegrenzte Ansammlung von Eigentum in den Händen weniger nicht nur ermöglicht, sondern dieses aggressive Eigentum und sein erpresserisches Potential, das in diesen Tagen in seiner ganzen Machtfülle zum Vorschein kommt, durch ihre Gesetze auch noch schützt und unangreifbar macht, ist wohl nicht mehr zu helfen.

Und wenn die Druckerschwärze zu Ende geht,
dann werden sie statt der Billionenscheine doch wieder ihre Jungfrauen zum Drachenfelsen schleppen.

und am Ende dieses Paukenschlags aus dem Oktober 2008 finden Sie noch eine ganze Reihe von Links zu Aufsätzen, die das Thema weiter behandeln.

An Anregungen, die Krise zu vermeiden, zu entschärfen, das Schlimmste zu verhüten, fehlt es nicht,

Aber mit einem unbeirrbaren “Weiter so!” haben nun die Anleihen von Griechenland, Portugal und Irland Ramsch-Status, Italien und die USA schweben in höchster Gefahr eben
falls als nicht mehr vertrauenswürdig eingestuft zu werden - und es fällt ihnen nichts anderes ein, als den Drachen immer noch schneller und noch besser und umfangreicher zu füttern.

Siegfried!!!!!!!!

Alles Weitere hier: http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2011/28html

Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer

Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln

von Egon W. Kreutzer

Ich bin kein Anatom, weiß gerade mal, dass bei den aufrechtgehenden Großsäugern unter dem Schädeldach erst einmal die Hirnhaut, dann die vielfach gefältelte Großhirnrinde, darunter das Zwischenhirn und das Kleinhirn zu finden sind, die allesamt dazu beitragen, dass der Organismus insgesamt funktioniert, sich orientiert, auf Reize richtig reagiert und auch in komplexen Situationen die Übersicht behält.
Müsste ich - mit Knochensäge und Skalpell ausgerüstet - in einem Schädel nach dem Hirn und seinen Fähigkeiten suchen, wäre ich überfordert, weil mir dafür die Ausbildung fehlt.

Aber es gibt ja glücklicherweise eine andere Methode, den Inhalt eines Schädels zu ergründen, eine absolut nicht-invasive, die aus der Beobachtung des schädeltragenden Wesens, aus seinen Reaktionen auf Umweltreize und aus seinem Verhalten in komplexen Situationen durchaus gültige Schlüsse über Quantität und Qualität der grauen Substanz zu ziehen erlaubt.

Was ist also von einer Gesellschaft schädeltragenden Wesen zu halten, die sich in ihrer hochentwickelten, komplexen arbeitsteiligen Wirtschaft darauf geeinigt haben, ein als ”Geld” bezeichnetes Verrechnungssystem zu verwenden, von dem immer zu wenig da ist, weil es von sogenannten “Banken” beherrscht wird, die Handel und Wandel, Wohlstand und Wachstum - ja selbst die Gerechtigkeit - nur in dem Maße mit dem notwendigen Zahlungsmittel versehen, wie dadurch die Bereitschaft, dieses Geld - das Geld selbst - teuer zu bezahlen, nicht leidet.

Ja, wenn dem so wäre,
dann müsste man annehmen, dass die Geschicke dieser Gesellschaft von “wahren Hohlköpfen” bestimmt werden, was wiederum vermuten lässt, dass die gesamte Population derart von Hohlköpfen durchsetzt ist, dass die Hohlköpfe bei allen demokratischen Wahlen und Abstimmungen ganz selbstverständlich die Mehrheiten hinter sich versammeln können.
Ja, wenn dem so wäre.

Aber wie ist es denn?

Es ist so. Leider.
Alles Weitere hier: http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2011/27.html

Schächtverbot in Holland

Guten Tag

endlich ist wieder einmal ein Sieg der angewandten Ethik über grausamen und rücksichtslosen Egoismus errungen worden:

In den Niederlanden hat nun das Parlament trotz wütender Drohungen, vor allem von Seiten islamischer und mosaisch-orthodoxer Fanatiker, die Barbarei des Schächtens mit eindrucksvoller Mehrheit verboten.

Aus dem unermesslichen Ozean der Grausamkeit  des Menschen gegenüber  dem ihm wehrlos ausgelieferten Tier ist wieder einmal eine kleine Insel beginnender Humanität aufgetaucht. Objektiv gesehen hat der Mensch bisher die ihm zugänglichen Bereiche der Erde zu einem Globus in Rot gemacht statt zu einem wirklich Blauen Planeten. Umso größer ist die Bedeutung selbst geringster Eindämmungen des Schlechten. Sie können der Beginn eines  Beginns sein, nämlich der Etablierung derjenigen Werte, die die vielzitierte Würde des Menschen erst herstellen müssen.

Ich kann kaum ausdrücken, wie groß meine Freude darüber ist, dass es mir, zusammen mit einigen wenigen Mitkämpfern, wieder einmal – wie 2008 beim Verbot der grausamen Jungrobbenjagd in der Russischen Föderation und 2009 beim europaweiten Verbot des Handels mit Robbenprodukten – vergönnt war, mit den Waffen des Geistes zu diesem Siege konkret beizutragen.

Für die nach wie vor einsichtslosen, kaltherzig oder gar zynisch argumentierenden Verfechter  einer  bedenkenlosen weiteren Erhöhung des gigantischen Schuldkontos des “homo sapiens” bleibt nun in den Niederlanden als einzige Möglichkeit nur noch das Überwinden einer sehr hohen Hürde (siehe die NZZ-Nachricht im Anhang).  Hoffen wir, dass sie sich in der Praxis als im Grunde unübersteigbar erweisen wird.

Wasmut Reyer

Zum Hintergrund

In der zweiten Kammer des niederländischen Parlaments ist die “Partei für die Tiere” (Partij voor de Dieren, PvdD) mit ihren zwei Abgeordneten Marianne Thieme und Esther Ouwehand vertreten. Diese formulierten einen Gesetzesentwurf für ein Verbot des betäubungslosen Schächtens, der nun mit der überwältigenden Mehrheit von 116 zu 30 angenommen wurde.

Schon früh nahm AnimalAlliance mit den beiden Antagsstellerinnen Kontakt auf und unterstützte sie im Diskurs um das Schächtverbot mit Argumentationsvorlagen, in denen Wamut Reyer einerseits die Gründe für ein solches Verbot darstellt und andererseits Antworten auf Einwände bietet. Die hitzigen Wortgefechte mögen einen Eindruck der parlamentarischen Debatten verschaffen.

Die Auseinandersetzung erreichte ihren Höhepunkt, als die in den Niederlanden sehr einflussreiche Professorin Louise O. Fresco in einem flammenden Kommentar ihrem Unmut über ein Schächtverbot Luft machte. Aufgrund dessen Brisanz verfasste Wasmut Reyer eine Analyse eingens für diesen Artikel, der sich sachlich und präzise mit Frescos Argumentation befasst.

Die unten verlinkten Beiträge bieten einen hervorragenden Abriss über die Entwicklung der Ereignisse und können bestimmt für alle Tierrechtler und Tierschützer von großem Nutzen sein, die in Diskussionen um das Thema verwickelt werden.

Die Diskussion pro & contra Schächten

Sind Tierschützer fremdenfeindlich?

Anlässlich der akutellen Diskussion in den Niederlanden zur Einführung eines Verbots des betäubungslosen Schächtens sehen sich die Vertreter des Gesetzesentwurfs häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, sie würden sich der Religionsfreiheit und Toleranz gegenüber Migranten anderer Glaubensüberzeugungen widersetzen. Gleichzeitig ernten die Tierschützer mit ihrem Vorstoß Applaus aus dem politisch rechten Lager. Auf der Suche nach dem Notausgang heraus aus dem argumentativen Dilemma - lesen Sie die nachfolgende Analyse von Wasmut Reyer!

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Die Argumente der Befürworter

Was hat die Befürworter des Schächtverbotes dazu veranlasst, den Gesetzesentwurf einzureichen? In einem Argumentationstableau, erstellt von Wasmut Reyer als Diskussionshilfe in den parlamentarischen Debatten, stellt er kurz und prägnant dar, welche vielfältigen Gründe für ein Ende bisheriger Ausnahmeregelungen sprechen. Lesen Sie ergänzend zu diesem Beitrag auch die häufigsten Argumente der Gegner des Verbots, und warum diese keinen Bestand haben können.

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Die Argumente der Gegner

Freilich sorgt der Vorstoß der niederländischen “Partij voor de Dieren” (Partei für die Tiere), die mit ihren zwei Abgeordneten Marianne Thieme und Esther Ouwehand im Parlament vertreten ist, für heftige Diskussionen. Die schärfste Kritik ist vor allem von muslimischen und jüdischen Interessenverbänden zu vernehmen, die die Tierschützer vor die Wahl stellen: Wer geht vor - Mensch oder Tier, Religionsfreiheit oder Tierschutz? Wasmut Reyer hat die passenden Antworten:

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Louise Fresco gegen ein Schächtverbot: Ist das Gesetz bedroht?

In einem flammmenden Kommentar “Ja-Nein-Debatte über Blut, Emotionen und Rituale” erschienen im niederländischen Handelsblatt bezieht die angesehene Professorin Louise O. Fresco, ihres Zeichens Mitglied der Trilateralen Kommission, klar Stellung: Die Debatte über ein Schächtverbot sei scheinheilig, von Emotionen geprägt und nicht mit wissenschaftlichen Fakten unterlegt. Der Anfang des Endes einer bisher aussichtsreichen Gesetzesvorlage? Wasmut Reyer hat Frescos Argumentation analysiert und bewertet.

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Kontakt zu uns

AnimalAlliance Verwaltungsbüro
Gisela Mutke
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E-Mail: kontakt@animalalliance.eu
Internet: http://animalalliance.eu

Und es geht doch …

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Empört Euch!

emp-rt-euch.pdf

Auf den ersten Blick scheint der Aufruf von
Stéphane Hessel an die ohnehin zur Empörung
neigenden Franzosen gerichtet zu sein.
Bei näherer Betrachtung erkennt man jedoch:
es ist ein Aufruf an alle Menschen dieses
Planeten – gerichtet an alle Menschen, die
generationsübergreifend, verantwortungsbewusst
denken und handeln wollen.
Es war uns wichtig, diesen Aufruf so schnell wie möglich in
unserem Sprachraum und in unserer Sprache zu verbreiten.
Nicht zuletzt entstand diese Arbeit auch aus der Empörung
über die ewig Gestrigen und die aktuelle „Nichtempörung“ über
einen deutschen Buchautor, der 2010/2011 das erfolgreichste
„Sachbuch“ aller Zeiten in Deutschland platzieren konnte.
Anstatt sich für friedliche und konstruktive Lösungen
einzusetzen, erreichte der Autor, dass der Hass und die
Gewalt innerhalb unserer Gesellschaft weiteren Nährboden
finden. Stéphane Hessel zeigt in eindrucksvollen Worten
den anderen, friedlichen, aus der Summe seiner Erfahrungen
entstandenen Weg.
Cornelia Weigel & Friedrich Kreuzeder

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