Archive für 5.7.2011

Schächtverbot in Holland

Guten Tag

endlich ist wieder einmal ein Sieg der angewandten Ethik über grausamen und rücksichtslosen Egoismus errungen worden:

In den Niederlanden hat nun das Parlament trotz wütender Drohungen, vor allem von Seiten islamischer und mosaisch-orthodoxer Fanatiker, die Barbarei des Schächtens mit eindrucksvoller Mehrheit verboten.

Aus dem unermesslichen Ozean der Grausamkeit  des Menschen gegenüber  dem ihm wehrlos ausgelieferten Tier ist wieder einmal eine kleine Insel beginnender Humanität aufgetaucht. Objektiv gesehen hat der Mensch bisher die ihm zugänglichen Bereiche der Erde zu einem Globus in Rot gemacht statt zu einem wirklich Blauen Planeten. Umso größer ist die Bedeutung selbst geringster Eindämmungen des Schlechten. Sie können der Beginn eines  Beginns sein, nämlich der Etablierung derjenigen Werte, die die vielzitierte Würde des Menschen erst herstellen müssen.

Ich kann kaum ausdrücken, wie groß meine Freude darüber ist, dass es mir, zusammen mit einigen wenigen Mitkämpfern, wieder einmal – wie 2008 beim Verbot der grausamen Jungrobbenjagd in der Russischen Föderation und 2009 beim europaweiten Verbot des Handels mit Robbenprodukten – vergönnt war, mit den Waffen des Geistes zu diesem Siege konkret beizutragen.

Für die nach wie vor einsichtslosen, kaltherzig oder gar zynisch argumentierenden Verfechter  einer  bedenkenlosen weiteren Erhöhung des gigantischen Schuldkontos des “homo sapiens” bleibt nun in den Niederlanden als einzige Möglichkeit nur noch das Überwinden einer sehr hohen Hürde (siehe die NZZ-Nachricht im Anhang).  Hoffen wir, dass sie sich in der Praxis als im Grunde unübersteigbar erweisen wird.

Wasmut Reyer

Zum Hintergrund

In der zweiten Kammer des niederländischen Parlaments ist die “Partei für die Tiere” (Partij voor de Dieren, PvdD) mit ihren zwei Abgeordneten Marianne Thieme und Esther Ouwehand vertreten. Diese formulierten einen Gesetzesentwurf für ein Verbot des betäubungslosen Schächtens, der nun mit der überwältigenden Mehrheit von 116 zu 30 angenommen wurde.

Schon früh nahm AnimalAlliance mit den beiden Antagsstellerinnen Kontakt auf und unterstützte sie im Diskurs um das Schächtverbot mit Argumentationsvorlagen, in denen Wamut Reyer einerseits die Gründe für ein solches Verbot darstellt und andererseits Antworten auf Einwände bietet. Die hitzigen Wortgefechte mögen einen Eindruck der parlamentarischen Debatten verschaffen.

Die Auseinandersetzung erreichte ihren Höhepunkt, als die in den Niederlanden sehr einflussreiche Professorin Louise O. Fresco in einem flammenden Kommentar ihrem Unmut über ein Schächtverbot Luft machte. Aufgrund dessen Brisanz verfasste Wasmut Reyer eine Analyse eingens für diesen Artikel, der sich sachlich und präzise mit Frescos Argumentation befasst.

Die unten verlinkten Beiträge bieten einen hervorragenden Abriss über die Entwicklung der Ereignisse und können bestimmt für alle Tierrechtler und Tierschützer von großem Nutzen sein, die in Diskussionen um das Thema verwickelt werden.

Die Diskussion pro & contra Schächten

Sind Tierschützer fremdenfeindlich?

Anlässlich der akutellen Diskussion in den Niederlanden zur Einführung eines Verbots des betäubungslosen Schächtens sehen sich die Vertreter des Gesetzesentwurfs häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, sie würden sich der Religionsfreiheit und Toleranz gegenüber Migranten anderer Glaubensüberzeugungen widersetzen. Gleichzeitig ernten die Tierschützer mit ihrem Vorstoß Applaus aus dem politisch rechten Lager. Auf der Suche nach dem Notausgang heraus aus dem argumentativen Dilemma - lesen Sie die nachfolgende Analyse von Wasmut Reyer!

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Die Argumente der Befürworter

Was hat die Befürworter des Schächtverbotes dazu veranlasst, den Gesetzesentwurf einzureichen? In einem Argumentationstableau, erstellt von Wasmut Reyer als Diskussionshilfe in den parlamentarischen Debatten, stellt er kurz und prägnant dar, welche vielfältigen Gründe für ein Ende bisheriger Ausnahmeregelungen sprechen. Lesen Sie ergänzend zu diesem Beitrag auch die häufigsten Argumente der Gegner des Verbots, und warum diese keinen Bestand haben können.

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Die Argumente der Gegner

Freilich sorgt der Vorstoß der niederländischen “Partij voor de Dieren” (Partei für die Tiere), die mit ihren zwei Abgeordneten Marianne Thieme und Esther Ouwehand im Parlament vertreten ist, für heftige Diskussionen. Die schärfste Kritik ist vor allem von muslimischen und jüdischen Interessenverbänden zu vernehmen, die die Tierschützer vor die Wahl stellen: Wer geht vor - Mensch oder Tier, Religionsfreiheit oder Tierschutz? Wasmut Reyer hat die passenden Antworten:

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Louise Fresco gegen ein Schächtverbot: Ist das Gesetz bedroht?

In einem flammmenden Kommentar “Ja-Nein-Debatte über Blut, Emotionen und Rituale” erschienen im niederländischen Handelsblatt bezieht die angesehene Professorin Louise O. Fresco, ihres Zeichens Mitglied der Trilateralen Kommission, klar Stellung: Die Debatte über ein Schächtverbot sei scheinheilig, von Emotionen geprägt und nicht mit wissenschaftlichen Fakten unterlegt. Der Anfang des Endes einer bisher aussichtsreichen Gesetzesvorlage? Wasmut Reyer hat Frescos Argumentation analysiert und bewertet.

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