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Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln

Dieser Eintrag stammt von M.Musil Am 7.7.2011 @ 10:11 In Finanzkrise | Keine Kommentare

von Egon W. Kreutzer

Ich bin kein Anatom, weiß gerade mal, dass bei den aufrechtgehenden Großsäugern unter dem Schädeldach erst einmal die Hirnhaut, dann die vielfach gefältelte Großhirnrinde, darunter das Zwischenhirn und das Kleinhirn zu finden sind, die allesamt dazu beitragen, dass der Organismus insgesamt funktioniert, sich orientiert, auf Reize richtig reagiert und auch in komplexen Situationen die Übersicht behält.
Müsste ich - mit Knochensäge und Skalpell ausgerüstet - in einem Schädel nach dem Hirn und seinen Fähigkeiten suchen, wäre ich überfordert, weil mir dafür die Ausbildung fehlt.

Aber es gibt ja glücklicherweise eine andere Methode, den Inhalt eines Schädels zu ergründen, eine absolut nicht-invasive, die aus der Beobachtung des schädeltragenden Wesens, aus seinen Reaktionen auf Umweltreize und aus seinem Verhalten in komplexen Situationen durchaus gültige Schlüsse über Quantität und Qualität der grauen Substanz zu ziehen erlaubt.

Was ist also von einer Gesellschaft schädeltragenden Wesen zu halten, die sich in ihrer hochentwickelten, komplexen arbeitsteiligen Wirtschaft darauf geeinigt haben, ein als ”Geld” bezeichnetes Verrechnungssystem zu verwenden, von dem immer zu wenig da ist, weil es von sogenannten “Banken” beherrscht wird, die Handel und Wandel, Wohlstand und Wachstum - ja selbst die Gerechtigkeit - nur in dem Maße mit dem notwendigen Zahlungsmittel versehen, wie dadurch die Bereitschaft, dieses Geld - das Geld selbst - teuer zu bezahlen, nicht leidet.

Ja, wenn dem so wäre,
dann müsste man annehmen, dass die Geschicke dieser Gesellschaft von “wahren Hohlköpfen” bestimmt werden, was wiederum vermuten lässt, dass die gesamte Population derart von Hohlköpfen durchsetzt ist, dass die Hohlköpfe bei allen demokratischen Wahlen und Abstimmungen ganz selbstverständlich die Mehrheiten hinter sich versammeln können.
Ja, wenn dem so wäre.

Aber wie ist es denn?

Es ist so. Leider.
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