Archive für Oktober 2011

Chemtrails

Neues aus dem Intrigantenstadl

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Wahrlich, ich sage Euch: Es sind satanische Zeiten angebrochen, da die Menschen immer mehr von den Göttern abfallen und ungläubige Zweifel an der höheren Allmacht sich immer mehr ausbreiten. Der Glauben an die Macht und die Herrlichkeit der Heiligen Märkte, allerorten zur Staatsreligion erhoben und damit zur universalen Weltreligion, wird von immer mehr Abfälligen als Irrglauben geschmäht. Im zentralen Tempel der Deutschen Bank wird der große Zastertustra, der da heißt Ackermann, mitsamt seinen anderen Hohepriestern plötzlich als Inkarnation des infernalen Unheils verteufelt.

Wie tröstlich ist es da, wenn in diese diabolische Heiden-Angst der verwirrten Gemüter ein kleiner Hoffnungsschimmer fällt und uns die Offenbarung zuteil wird, daß es noch immer letzte Geheimnisse gibt, die sich jeder Erklärung entziehen. Es ist eine Engelin, eine Angela, die als Sendbotin der frommen Botschaft uns nun verkündet, daß sie ihre eigene Herrschaft nicht mehr zu deuten vermag. Da sie für ihre Regierung keine Erklärung mehr findet, verzichtete sie heute zum ersten Mal auf eine Regierungserklärung.

Mir ist es schon seit langem unerklärlich, warum diese Regierung überhaupt an sich ist, also an der Regierung. Es gibt eben Mysterien, die auf ewig unergründlich sind. Das Mysterium ist übrigens mal wieder griechischen Ursprungs (wen wundert’s?) und wurde wahrscheinlich vom griechischen “myo” abgeleitet - auf deutsch: schweigen, den Mund halten. Und so hat unsere Kanzlerin gestern überraschend angekündigt, daß sie heute mal ausnahmsweise den Mund halten will. Was wahrlich eine frohe Botschaft ist.

Den letzten Versuch, das Unfaßbare ihrer amtlichen Existenz einschließlich der von ihr betreuten Regierungs-Gnome zu erläutern, machte sie vor drei Wochen, als sie in der Abstimmung über den Merkel-Rettungsschirm im Bundestag ihre Kanzlerin-Mehrheit mühsam genug retten konnte. Sie sang anschließend das Hohelied vom geschlossenen Auf-, Ein- und Zutritt ihrer Mannschaft (Wochenschauer Nr. 514). Heute nun muß sie ihre Mannschaft in einer Sondersitzung der zerstrittenen Koalitions-Komplizen schon wieder neu zusammenkriseln. Ihr FDP-Bubi Rösler, als Sabbelphilipp immer für eine kesse Lippe gut, und der Finanz-Oberschäuble hatten sich steuersenkend einander zugeneigt, ohne dem Bayern-Spezi Seehofer vorher Bescheid zu sagen. Der senkte sofort den steuernden Daumen, und alles ist mal wieder im total geschlossenen Durcheinander. Diese Regierung hält sich an das Motto des großen deutschen Erkenntnis-Theoretikers Lothar Matthäus, der als Leitmotiv für jede erfolgreiche Mannschaft einst formulierte: “Wir sind eine gut intigrierte Truppe.”

Und sie sprühen doch!

Amtlicher Hinweis:

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Klartext

Der Ackermann geht mir auf die selben…

Wenn die Global Player der Finanzwelt mit dem Globus Fußball spielen (oder auf amerikanisch: Soccer), dann ist diese Soccerei wahrlich nichts für Weicheier.  Das machte der Deutschbänker Ackermann kürzlich bei einem Vortrag vor amerikanischen Investmentbänkern klar: “For this play you must have balls.” Ins Macho-Deutsch übersetzt heißt das: Man braucht Eier in der Hose. Und da kann Angela Merkel nun mal nicht mithalten, auch wenn sie noch sehr rumeiert. Nebenbei hat inzwischen eine neue deutsche Vokabel den englischen Wortschatz angereichert (nach Schadenfreude, Kindergarten, Rucksack etc). Ein US-Börsenblatt überschrieb einen Bericht über Merkels Euro-Politik mit den Worten: “The German Eiertanz”. Und bei diesem Tanz ist die Kanzlerin ganz prima als Ballerina. Genauer als: Ballarina.

Das Spiel heißt nun mal: O, Baby, Baby, ballaballa! Zwar ist es unser Geld, das da verballert wird, doch geht es auch bei der neu aufgelegten Bankenrettung “um die Gewährleistung der Grundfesten dieser Leistungsgesellschaft”, wie es Merkels früherer Kassenwart Peer Steinbrück erklärte bei der Bankenrettung Germanisch Eins. Klar: Auf diesen gewährleisteten Grundfesten sind nun mal die Banken-Wolkenkratzer in Mainhattan erbaut, auch wenn die Bänker keine Gewährleistungspflicht kennen bei der Kundenberatung. Doch keiner kann bestreiten, daß sie unermüdlich was leisten. Und zwar sich. Und zwar mit uns.

Dafür braucht man eben, wie Ackermann sagte, balls in the trousers. So spielt die Deutsche Bank mit unseren Euro-Eiern, wobei durchaus auch eine gewisse Leidenschaft im Spiel ist. Denn wie schrieb uns schon Goethe ins klassische Poesiealbum: “Die Gier ist der Leidenschaften allmächtigste.” In diesem Sinne hat Ackermann der Deutschen Bank sein Lebensmotto aufgeprägt: “Leistung aus Leidenschaft”. Eine Leidenschaft, bei der wir alle mitstöhnen dürfen. Das nennt man Mitleidenschaft - und in die werden wir gezogen. So wird aus der Passion des Herrn Ackermann unsere Passionsgeschichte. Wir haben das Kreuz zu tragen, auf das wir gelegt worden sind.

Mir wird bei dem Gedanken an die derart hochverzinsliche Leidenschaft allerdings etwas wehmütig ums Gemüte, wenn nicht gar ums Gemächte:

Du gute, alte Leidenschaft!
Wie wüste tatste dereinst toben!
Du standest prall im vollen Saft!
Nun haben sie auch dich geschafft
und auf die Deutsche Bank geschoben.

Jetzt mußt du hart zum Rackern ran.
Als alte Hur’, frisch renovieret,
fingst du noch mal zu ackern an.
Das freuet jeden Ackermann,
der zu (dir) hält und abkassieret.

Da liegst du nun vor dem Tresor,
hechelst dahin mit letzter Kraft,
spielst so dem geilen Investor
schwer ächzend ‘nen Orgasmus vor
und stöhnst: “Leistung aus Leidenschaft!”

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