- MICHAEL MUSIL - http://blog.michael-musil.de -
Der Ackermann geht mir auf die selben…
Dieser Eintrag stammt von M.Musil Am 15.10.2011 @ 11:12 In Satire | Keine Kommentare
Wenn die Global Player der Finanzwelt mit dem Globus Fußball spielen (oder auf amerikanisch: Soccer), dann ist diese Soccerei wahrlich nichts für Weicheier. Das machte der Deutschbänker Ackermann kürzlich bei einem Vortrag vor amerikanischen Investmentbänkern klar: “For this play you must have balls.” Ins Macho-Deutsch übersetzt heißt das: Man braucht Eier in der Hose. Und da kann Angela Merkel nun mal nicht mithalten, auch wenn sie noch sehr rumeiert. Nebenbei hat inzwischen eine neue deutsche Vokabel den englischen Wortschatz angereichert (nach Schadenfreude, Kindergarten, Rucksack etc). Ein US-Börsenblatt überschrieb einen Bericht über Merkels Euro-Politik mit den Worten: “The German Eiertanz”. Und bei diesem Tanz ist die Kanzlerin ganz prima als Ballerina. Genauer als: Ballarina.
Das Spiel heißt nun mal: O, Baby, Baby, ballaballa! Zwar ist es unser Geld, das da verballert wird, doch geht es auch bei der neu aufgelegten Bankenrettung “um die Gewährleistung der Grundfesten dieser Leistungsgesellschaft”, wie es Merkels früherer Kassenwart Peer Steinbrück erklärte bei der Bankenrettung Germanisch Eins. Klar: Auf diesen gewährleisteten Grundfesten sind nun mal die Banken-Wolkenkratzer in Mainhattan erbaut, auch wenn die Bänker keine Gewährleistungspflicht kennen bei der Kundenberatung. Doch keiner kann bestreiten, daß sie unermüdlich was leisten. Und zwar sich. Und zwar mit uns.
Dafür braucht man eben, wie Ackermann sagte, balls in the trousers. So spielt die Deutsche Bank mit unseren Euro-Eiern, wobei durchaus auch eine gewisse Leidenschaft im Spiel ist. Denn wie schrieb uns schon Goethe ins klassische Poesiealbum: “Die Gier ist der Leidenschaften allmächtigste.” In diesem Sinne hat Ackermann der Deutschen Bank sein Lebensmotto aufgeprägt: “Leistung aus Leidenschaft”. Eine Leidenschaft, bei der wir alle mitstöhnen dürfen. Das nennt man Mitleidenschaft - und in die werden wir gezogen. So wird aus der Passion des Herrn Ackermann unsere Passionsgeschichte. Wir haben das Kreuz zu tragen, auf das wir gelegt worden sind.
Mir wird bei dem Gedanken an die derart hochverzinsliche Leidenschaft allerdings etwas wehmütig ums Gemüte, wenn nicht gar ums Gemächte:
Du gute, alte Leidenschaft!
Wie wüste tatste dereinst toben!
Du standest prall im vollen Saft!
Nun haben sie auch dich geschafft
und auf die Deutsche Bank geschoben.
Jetzt mußt du hart zum Rackern ran.
Als alte Hur’, frisch renovieret,
fingst du noch mal zu ackern an.
Das freuet jeden Ackermann,
der zu (dir) hält und abkassieret.
Da liegst du nun vor dem Tresor,
hechelst dahin mit letzter Kraft,
spielst so dem geilen Investor
schwer ächzend ‘nen Orgasmus vor
und stöhnst: “Leistung aus Leidenschaft!”
Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab MICHAEL MUSIL: http://blog.michael-musil.de
URL zum Artikel: http://blog.michael-musil.de/2011/10/15/der-ackermann-geht-mir-auf-die-selben/
URLs in this post:
[1] www.martin-buchholz.de/tourneeplan.php : http://blog.michael-musil.dewww.martin-buchholz.de/tourneeplan.php
Klicken hier zum Drucken.