Texte zum Nachdenken
Unsere Energie
Ohne Energie wäre die Erde ein toter Planet. Es gäbe kein Leben auf dieser Welt ohne die Lebensenergie spendende Sonne. Bis zur Nutzbarmachung des Feuers durch den etwas entwickelten Menschen lebte die Welt von der Energie, die sich durch Photosyntese durch die Pflanzen manifestierte und in den Nahrungskreislauf eingebracht wurde. Wesentliche Veränderungen traten hin und wieder durch Naturkatastrophen, wie etwa ein Meteoriteinschlag, Eiszeiten oder andere tektonische Großereignisse ein. In sehr langen Prozessen sammelte sich ein Energieüberschuss an in Form von fossilen Energien. Fossile Energien entstanden in Zeiten des Überfluss und waren ökölogisch betrachtet unschädlich deponiert.
Erst die Nutzung des etwas weiter entwickelten Menschen mit dem einsetzenden Industriezeitalter ließen diese Energien wieder in Erscheinung treten. In knapp zwei Jahrhunderten schafften es die Menschen in ihrer Unbekümmertheit, dieses Potenzial an fossiler Energie in Rauch aufzulösen. Es ist nicht weiter verwunderlich, daß die Folgen messbar wurden. Diese Unbekümmertheit hält bei wesentlichen Entscheidungsträgern, sprich bei den wenigen Schaltstellen in der Gewinnungsindustrie, weiterhin an. Obwohl klar ist, das der Gipfel der Ölförderung überschritten ist, wird weiterhin mit Wachstumsprognosen auf einen erhöhten Energieverbrauch hingearbeitet. Dazu kommen die Länder, die bis dato der Verprassung der Energie durch die sogenannten Industrienationen zusehen mussten, und die jetzt den Anspruch erheben das Gleiche zu tun. Bei realistischer Betrachtungsweise werden die Weltrohölreserven noch ca. 20 Jahre reichen, bis die relativ leicht gewinnbaren Vorkommen ausgebeutet sind. Zwar liegen noch beträchliche Mengen in Alaska und Kanada in sogenannten Ölsanden und Ölschiefern gebunden, doch ist deren Gewinnung so energieintensiv, dass eine Gewinnung kaum noch wirtschaftlich ist. Die zwangsläufig einsetzende Verknappung wird natürlich den Preis entsprechend in die Höhe treiben.
Politisch betrachtet grenzt es an Selbstmord, vor diesen Tatsachen heute die Augen zu verschließen und weiterhin auf fossile Energie als langfristig und nachhaltigen Energieträger zu setzen. Auch die Atomkraft ist kein Ausweg, da diese Form der Energiegewinnung extrem lebensfeindlich ist und Abfälle hinterlässt, an deren schädlichen Folgen die Welt noch in Zeiträumen zu leiden haben wird, die sich ein in Legislaturperioden denkender Politiker nicht vorstellen kann.
Der Energiehunger der Welt muss also befriedigt werden. Sind dazu die heute sogenannten “alternativen Energien” geeignet?
Natürlich tragen Sonne, Wind und Biomasse dazu bei, den Verbrauch an fossilen Energien zu bremsen, helfen eingeschränkte Verschwendung dazu, den Verbrauch zu drosseln. Langfristig ist aber auch das keine Lösung, wollen wir nicht wieder mit unserem Milchvieh unter ein Dach ziehen, um von deren Abwärme zu profitieren und unsere Kommunikation wieder mit der Postkutsche zu erledigen. Das waren durchaus ökologische Zeiten. Und zu diesen Zeiten war es auch noch ehrenhaft, eine Erfindung zu machen, die eine Verbesserung der Situation bedeutete. Wenngleich man der Einführung der Dampflokomotive mit überaus großer Skepsis gegenüberstand, konnte man deren Durchsetzung letztlich nicht verhindern. Die Vorteile der schnellen Schienenverbindung - ein schneller Reiter konnte den Zug noch mühelos überholen - und die vom Wetter unabhängige Transportweise überwogen.
Die gleiche Skepsis finden wir heute wieder. Nach wie vor gibt es Menschen die Erfindungen machen, Entdeckungen von manchmal einfachster Natur, die aber nicht in das Weltbild einer etablierten “Forschung und Wissenschaft” passen. Kopernikus und Semmelweis können ein Lied davon singen, um nur zwei Beipiele anzuführen. Was nicht mit teurem Forschungsaufwand an Instituten mit wohlklingendem Namen entdeckt wird gilt nichts in der Welt. Wo kein Professorentitel druntersteht und kein Nobelpreis in Aussicht ist wird nicht hingeschaut. Ein gerüttelt Maß an Arroganz war schon immer dem Mensch eigen, wenn er sich in seiner traditionellen Art und Weise von Neuem bedrängt fühlt, dem er in dieser Form bislang nicht begegnet ist.
Und doch gibt es sie, die kleinen Tüftler und Bastler, die manchmal durch Zufall auf eine Entdeckung stoßen, die sich mit den Schulbüchern nicht erklären lässt, die neugierig nach Erklärungen suchen und auf erstaunliche Phänomene stoßen.
Lösungen, die so einfach sind, daß alle “Experten” beschämt unter sich schauen müssen, dürfen nicht sein. Also werden sie verunglimpft, niedergemacht, verhönt, verfolgt und manchmal mit viel Geld aufgekauft und in der Schublade verschwinden lassen. Hartnäckige Tüftler werden auch schon mal massiv bedroht und manch einer beendete auch schon vorzeitig sein Leben, weil er sich von seiner Idee partout nicht abbringen ließ. Natürlich sind diese bedauernswerten Menschen für die Medien Unfallopfer, Selbstmörder oder psychisch gestört. Wie sollte es auch anders sein, sitzen doch die Nutzniesser der sprudelnden Geldquellen meist mit an den Schalthebeln der Macht.
Ich möchte mich an dieser Stelle nicht weiter über Details auslassen, sondern empfehle jedem Leser, sich anhand meiner Linksammlung ein eigenes Bild von der Entwicklung zu machen.
Ein Beispiel möchte ich hier dennoch anführen. Vor einigen Jahren Jahren hatten wir von den GRÜNEN eine Energieausstellung in Neuwied veranstaltet. Damals kam ich in Kontakt mit einem jungen Talent, der eine erstaunliche Entdeckung gemacht hat. Er hatte mit primitivsten und billigsten Mitteln einen Permanentstromkonverter gebastelt. Also eine Batterie, die nie leer wird. Das hat nichts mit Perpetuum mobile zu tun sondern mit Physik der neuen Art. Diesen Konverter hatte Jürgen Trittin bei seinem Besuch damals in der Hand und bestaunte ihn. Mehr nicht. Jürgen Trittin ist nicht mehr Umweltminister, aber dieser Konverter liefert heute noch seinen kleinen Strom. Etwa 12 Millionen Euro würde es kosten, diese Entdeckung zur Marktreife zu bringen - wetten, daß die niemals von einer Regierung kommen wird, die auf der anderen Seite Milliarden für die Kernfusion in Garching zum Fenster rausschmeißt! Oder den Banken in den Allerwertesten schiebt!

Unser Geldsystem
“Geld regiert die Welt” - ein uraltes Sprichwort, dessen Wahrheitsgehalt kaum jemandem klar wird. So alt wie dieses Sprichwort ist aber auch das Geldsystem, mit dem wir heute noch genauso wirtschaften wie bei desses Entstehung. Alles hat sich weitergebildet, die Technik, die Kunst, die Kultur unsere Lebensgewohnheiten und unsere Ernährung. Nur das Geld - ich erlaube mir diesen Begriff weiterhin zu verwenden, auch wenn sich darin ein dutzend Deutungen wiederfinden - hat sich nicht verändert. Es übt nach wie vor seine Funktion in der gleichen unglücklichen Art und Weise aus wie zum Zeitpunkt seiner Erfindung. Halt, das ist nicht ganz richtig. Zu Beginn war es nämlich ein reines Tauschsubstitut, ein Wertaufbewahrungsmittel, weil sich der Direkttausch in einer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht weiter aufrecht erhalten ließ. Das Problem mit dem Geld entstand erst mit der Einführung des Zins. Jenes Wuchergeldes, das in allen Religionen als Sünde galt. Bis zu dem Zeitpunkt als diese Sünde salonfähig wurde klappte es zeitweise ganz ordentlich damit.
Ein Potentat erklärte ein stückchen Metall - meist edler Natur - zum Zahlungsmittel. Das Metall beschaffte er sich durch Beutezüge, prägte Münzen daraus und bezahlte die Leistungen die er sich von seinen Untertanen liefern liess. War das Geld alle, wurde eine Steuer erhoben für allen möglichen Firlefanz und dem Volk das Geld wieder abgenommen. Dann ging das Spiel von vorne los.
Heute heißt der Potentat Staat, leiht sich sein Geld bei der Bundesbank und sonstwo und muss Zinsen dafür zahlen. Das ging schon los, als die ersten 40,- DM nach der Währungsreform an jeden Deutschen ausbezahlt wurden. Schon dieses erste Geld der Republik, die bis heute übrigens noch keine vom Volk in freier Entscheidung erstellte Verfassung hat, dieses erste Geld war schon “Schuldengeld”. Ein paar Milliönchen, na und? Diese paar Milliönchen haben sich mittlerweile zum zweitgrößten Haushaltstitel gemausert. Über 450 Milliarden sind das! Geld, das ohne Gegenleistung auf dem Kapitalmarkt verschwindet und sogleich weitere Zinszahler sucht. Denn Geld muss ja arbeiten, wie man in den dummen Anzeigen von Banken lesen kann.
Dümmer noch sind wir Bürger, die wir so dumm gehalten werden und mit unserer Arbeit dafür sorgen, dass dieses System solange funktionieren konnte. Dumm genug um zu glauben, daß ein grenzenloses Wachstum auf einem begrenzten Globus möglich ist. Aber alles Strampeln hilft nicht, die Situation wird immer ernster. Da sich das Geld auf dem Kapitalmarkt wesentlich wohler fühlt als in der Wirtschaft fehlt es dort. Also muss gespart werden. Leute werden entlassen, die sogenannten Lohnnebenkosten werden gesenkt, und Abgaben werden erhöht. Dazu verteuern sich durch hemmungslose Raffsucht der Konzerne die Primärenergiekosten und alle Politiker wundern sich, daß die Leute zu wenig Geld im Konsum lassen.
Naiv oder Vorsatz ? Egal, beide Eigenschaften führen uns nicht aus der Sackgasse heraus. Die Lösung der etablierten Politik und deren Berater heißt “Wachstum”! Auf dessen zerstörerische Wirkung weise ich im Bereich “Unsere Umwelt” hin. Wer oder was soll aber wachsen? Legten wir gleichen Maßstab an das Wachstum unserer Kinder an, müssten die heute 3,50 Meter groß werden. Seit der Währungsreform ist das Wirtschaftsgefüge im Schnitt jährlich um 2 % gewachsen. Es hätte uns rein theoretisch also jedes Jahr 2 % besser gehen müssen. Das Gegenteil ist der Fall. Nehmen Sie sich einen normalen Taschenrechner, geben Sie 1 Million ein und rechnen Sie kontinuirlich 2% drauf. Merken Sie was? Kennen Sie die Geschichte vom Reiskorn auf dem Schachbrett? Verdoppelung auf jedem Feld, das nennt man Exponentialfunktion - unmöglich! “Wirtschfatsexperten” schaffen das! Wachstum, Wachstum!
Sie kennen doch auch die Lachnummer der Institute, die unserer Bundesregierung die grandiosen Vorhersagen zum Jahresbeginn machen. Von Quartal zu Quartal werden dann die Revidierungen in die Presse gestellt, auf den großen Erfolg des Exports verwiesen und die Schuld der Binnennachfrage in die Schuhe geschoben. Welche Binnennachfrage bitteschön, wenn Binnen systematisch geplündert wird?
Dabei wäre alles so einfach. Der Staat wird wieder Herr über sein Geld und ist die meisten der heutigen Probleme schlagartig los. An dieser Lösung hat aber eine kleine verschworene Gruppe Strippenzieher absolut kein Interesse. An deren Strippen hängt aber auch wirklich alles.
Sollen wir uns wirklich diesem perfiden Treiben unterordnen?
WIR SIND DAS VOLK!
Unsere Informationsgesellschaft
Stellen Sie sich einmal vor Ihnen würde ein großes Verlagshaus gehören, das bundesweit namhafte Blätter herausgibt und das jährlich Millionenbeträge an Geld für großformatige Werbeanzeigen einnimmt. Würden diese Einnahmen wegfallen, könnte der Verlag nicht weiter existieren.
Stellen Sie sich weiterhin vor, ein eifriger junger Redakteur recherchiert zum Thema “Bilderberger-Konferenz” und macht einen Bericht darüber, wer alles von der deutschen Bundesregierung in diesem Jahr bei dieser Geheimkonferenz dabei war.
Der Artikel geht bei der Redaktionskonferenz wegen irgendeines dummen Zufalls durch und erscheint in einer Millionenauflage bundesweit. Millionen Leser bekommen plötzlich mit, daß der Geldadel der Welt mit Politikern aus aller Welt in einem streng abgeschirmten Hotel mitten in Deutschland eine Geheimkonferenz abhält. Das würde viele unangenehme Fragen aufwerfen bei den Lesern. Aber das würde beim Geldadel noch viel unangenehmer aufstossen. Sie fühlten sich verraten, sich und ihre schöne jährliche Geheimkonferenz. Die Folge wäre doch sicher eine empfindliche Sanktion für diesen abtrünnigen Verlag, der sich des Geheimnisverrats schuldig gemacht hat. Ist der Verlag monetär mit den Verratenen verbunden, werden in erster Linie Köpfe rollen. Handelt es sich um ein unabhängiges Verlagshaus - was kaum noch vorkommt - dann werden die lukrativen Anzeigen gestrichen. Und dann … siehe Eingangs.
Die Folge ist also ganz einfach. Wenn irgendwo ein Thema auftaucht, das im entferntesten mit Kapitalismuskritik zu tun hat, wird sich ganz schnell weggeduckt. Mitarbeiter werden darauf eingeschworen dieses Thema zu meiden, Neulinge die anderer Meinung sind in den Senkel gestellt. Leserbriefe, die sich hin und an zu diesem Thema einfinden landen in der Rundablage.
Und nun stellt sich die Frage nach der Aufgabe unserer Medien in diesem Staatsgefüge. Informieren oder nicht informieren, das ist hier die Frage!
Einen politisch unbequemen Gegner mit Diffamierungskampagnen auf der Titelseite beiseite räumen, ist eine der leichtesten Übungen. Eine Initialzündung zu einer Diskussion um unser Geldgefüge anzustossen praktisch unmöglich, das wäre der wirtschaftliche Selbstmord. Also wird nicht informiert.
Das Sie diesen Text hier lesen können, verdanken Sie dem Internet. In einer Zeitung würden Sie den nie finden.
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Die Politik ist die Bühne, auf der die Souffleure manchmal deutlicher zu hören sind als die Akteure.
(unbekannt)
Unsere Umwelt
Seit 30 Jahren bin ich im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) aktives Mitglied und habe mich in vielfältiger Weise für die Belange des Umwelt- und Naturschutz eingesetzt. Einer meiner Hauptkritikpunkte war immer der zügellose Verbrauch der Landschaft. In den Diskussionen störte mich bis heute der unreflektierte Begriff der “Entwicklung”. Er wurde und wird ausschließlich unter der Prämisse des expansiven Wachstumsgedanken vorgetragen und geht allen Planern und Politikern bedenkenlos über die Lippen.
Der Zufall wollte es, daß ich vor ca. 20 Jahren ein Buch in die Hände bekam das mir die Augen öffnete über die Zusammenhänge zwischen diesem “Wachstumsfetisch” und der Umweltzerstörung. “Geld ohne Zins und Inflation” von Prof. Margrit Kennedy stellte für mich den ersten Kontakt her zu einem Problemfeld, von dem ich bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Ahnung hatte. Weder in der Schule noch in den Medien wurde dieser Tatbestand jemals offen angesprochen.
Das machte mich natürlich neugierig und brachte mich sehr schnell zu der Erkenntnis, daß eine intakte Umwelt nur erhalten werden kann, wenn der Zwang zu wirtschaftlichem Wachstum beseitigt wird. In den folgenden Jahren habe ich sehr viel zu diesem Thema an Literatur und Erkenntnissen dazugewonnen.
Insofern kann ich mich mittlerweile zu den Kritikern in den eigenen Reihen zählen.
Ich erwarte von Umweltverbänden heute, dass sie Fragen thematisieren die sonst nicht angesprochen werden. Das Wirtschaftswachstum, das alle ersehnen und das die Umwelt noch stärker zerstören wird gehört dazu. Reformen wie Hartz IV tragen zur ökologischen Katastrophe unmittelbar bei weil sie Verteilungskonflikte über forciertes Wirtschaftswachstum lösen wollen. Nicht vorzustellen was passierte, wenn ein 4%iges Wachstum stattfände.
Leider hört man zu diesem Thema von den Verbänden nichts. Bemühungen eine nachhaltige Wirtschaftsform durch eine Geld- und Bodenreformdiskussion in den Umweltverbänden anzustoßen, treffen auf die gleichen Widerstände wie in der Politik. Die Verbundenheit mit dem traditionellen Verhalten ist stärker. Mit Traditionen ist die Umwelt aber nicht zu retten. Uns so lange wir ein fester Bestandteil dieser Umwelt sind, sollte uns deren Erhalt dringend geboten sein.
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In Deutschland gehören zwei Jahrhunderte dazu, um eine Dummheit abzuschaffen - nähmlich eines, um sie einzusehen und das andere, um sie zu beseitigen.
Alexander v. Humboldt
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Ein Aufsatz, den ich 1983 anläßlich des Bericht GLOBAL 2000 verfasste.
WACHSTUM
1979 ließ sich der amerikanische Präsident J.Carter von einer eigens für diesen Zweck eingerichteten Behörde eine Studie anfertigen, die sich mit den Zukunftsperspektiven unserer Erde auseinandersetzt. Unter dem Titel “Global 2ooo” ist diese Studie auch in deutscher Sprache erschienen.
Das Werk umfaßt im Original zwei Bände, in denen anhand wissenschaftlicher Untersuchungen und Hochrechnungen die Entwicklung aller lebensnotwendigen Gegebenheiten auf dieser Welt bis zum Jahr 2ooo dargestellt sind. Grundlage aller Voraussagen ist, daß die Entwicklung der Menschheit in demselben Maß anhält, wie sie zur Zeit verläuft. Die Quellen unseres Lebens (für die Industrienationen wäre hier das Wort Lebensstandard angebrachter) werden hier ebenso angeführt, wie die Faktoren, die zum Ende des Lebens(-standards) beitragen.
Nüchtern werden die Tatsachen und Voraussagen unter Zuhilfenahme von Zahlenreihen, Tabellen und Graphiken dargestellt, ohne daß eine persönliche Aussage oder Wertung in den Texten zu finden ist. Es wird ganz einfach auf die Tatsachen hingewiesen was ist und was kommen wird. Dem Leser der Studie bleibt es überlassen, sich anhand der detaillierten Angaben die Zukunft, die ihn persönlich erwartet auszumalen. Und das was da laut “Global 2ooo” auf uns zukommt, ist auf einen kurzen Nenner gebracht „Die Katastrophe”. Verwunderlich ist, daß nach Bekanntmachung, der Studie zwar weltweit Aufmerksamkeit erbracht wurde, jedoch Änderungsbewegungen zur Umkehr von diesem verhängnisvollen Weg, auch nicht ansatzweise zu erkennen sind.
Nach wie vor ist das Allheilmittel zur Erhaltung des (hier stellt sich die Frage nach einem treffenden Begriff) Wohlstandes?, Lebensstandards? oder einfach nur des Lebens, - die Wachstumsthese.
Die These besagt kurz dargestellt, daß nur mit Hilfe von wirtschaftlichem Wachstum ein Volk eine positive Entwicklung erfährt.
Was besagen uns wirtschaftliches Wachstum, was positive Entwicklung?
Irgendwann, in grauer Vorzeit, vor ca. 4oo-5oo.ooo Jahren, als der Mensch auf seiner untersten Entwicklungsstufe war, als noch kleine Gruppen von Jägern und Sammlern kleine Gebiete der Erde bewohnten, muß ein Prozeß eingesetzt haben, der bis heute nicht mehr zu bremsen war. Der Gedanke, daß ein anderer etwas hat, was ich nicht habe und was der andere an mich auch nicht abgibt, muß der Ursprung des Wettbewerbsdenken gewesen sein. Aus diesem Gedanken heraus entwickelten sich im Laufe der Menschheitsgeschichte das Konkurrenzdenken, die Unterschiede, die Privilegien, die Machtgier - das Wachstum! Der Bessergestellte lebt vor und alle versuchen zu folgen.
Solange sich dieser Prozeß in einem Rahmen bewegte, der den natürlichen Gesetzmäßigkeiten angepaßt war, konnte kein Schaden an unserer Umwelt angerichtet werden. Was zum Leben gebraucht wurde bot die Natur und was verbraucht war, ließ die Natur nachwachsen.
Der Mensch war zu diesem Zeitpunkt noch fest integrierter Bestandteil der Natur. Geben und Nehmen gehörte zum täglichen Leben. Die Natur sorgte für Ausgleich indem sie Nichtlebensfähiges verschwinden ließ und neues Leben hervorbrachte. Die Geisteskraft des Menschen entwickelte sich und somit die Methoden, sich einen Vorteil zu verschaffen. Diese Vorteilverschaffung führte zu allen möglichen Variationen. Dazu gehörte die Kriegsführung (Dezimierung des Gegners) ebenso wie die Entwicklung neuer Methoden der Vorteilsverschaffung, also auch die Maximierung des eigenen Potentials. Erst das Konkurrenzdenken hat es ermöglicht, Wachstum zu bewirken. Voraussetzung war ebenfalls, daß die räumlichen Gegebenheiten vorhanden waren. Bis in die heutige Zeit hinein existieren menschliche Lebensformen, die aufgrund ihrer territorialen Gebundenheit, in der ursprünglichen, naturgegebenen Form erhalten blieben. Wachstum ist für diese Menschen ein Begriff, der von der der von der Natur vorgegeben ist und im Sinn von Aufwachsen zu verstehen ist.
In den territorial weniger gebundenen Menschengruppen ist also der Keim zum Wachstum zu suchen. Die Entwicklung ist in den frühen Stadien der Menschheit wohl als ungezielt zu betrachten und von Umwelteinflüssen abhängig (z.B. Eiszeiten). Spätestens mit der Entstehung von Kulturen - in welcher Form auch immer- muß jedoch eine Lenkung der menschlichen Handlungsweise angenommen werden. Die bewußte und gewollte Handlung etwas zu tun, das nicht nur dem Erhalt des eigenen Lebens diente, sondern darüber hinaus ein wenig mehr versprach, war ein Schritt zum Wachstum. Ebenso das unbeabsichtigte Zusammentreffen zweier Menschengruppen auf längere Sicht stellte Wachstum dar. Entweder erfuhren die Gruppen durch Gemeinsamkeiten eine Stärkung - auch durch Erfahrungsaustausch - oder infolge feindseliger Handlungen versuchten sich die Gruppen rein populationsmäßig zu stärken. Doch auch in diesem Stadium bestand immer noch ein Ausgleich im Kreislauf der Naturgesetze. Krankheiten und die Selbstdezimierung der Menschen sorgte dafür, daß die Grundlage zum Leben in dem Maß nachwuchs, wie sie verbraucht wurde. Die Entdeckung der Bodenschätze “Metall” und deren Bearbeitungsmöglichkeiten öffneten dem Wachstum endgültig Tür und Tor. Primitive Werkstätten waren die ersten Keimzellen in der Wachstumsgeschichte, die erstmals Material verbrauchten, das nicht unmittelbar zur Lebenserhaltung diente. Holz wurde zur Metallschmelze verbrannt! Die Herstellung von Metallgeräten brachte nicht nur Vorteile mit sich, sondern in der Folge auch Annehmlichkeiten. Die Herstellung metallischer Waffen bedeutete weniger Aufwand als der aus Stein, die Haltbarkeit und die damit erzielten Erfolge waren besser. Da diese Entwicklung nicht gleichzeitig bei allen Gruppen ablief, ergaben sich die vielfältigsten Konkurrenzsituationen. In der friedlichen Form wurde Wissen weitergegeben (wuchs das Wissen) und in der feindlichen Form verstärkte sich, (wuchs) der Konkurrent um an den Vorteil zu gelangen. Gleichlaufend mit der Entwicklung des gewollten und bewußten Handelns, dürfte auch der Handel in seiner Form, als Geschäft entstanden sein. Der Austausch von Gegenständen zur Verbreitung der Vorteile und Annehmlichkeiten führte zwangsläufig zu weiterem Wachstum. Leistung und Gegenleistung setzen eine produktive Handlung voraus. Erst einmal ins Rollen gekommen, ließ sich diese Lawine bis heute nicht mehr aufhalten. Ständig wachsendes Wissen sorgte dafür, daß aus dem natürlichen Kreislauf zwischen Geben und Nehmen eine Verschiebung in Richtung Nehmen erfolgte. Der Mensch bewirkte durch seine Fähigkeit zu denken immer mehr, den Ausleseprozeß in den eigenen Reihen zu verhindern, die Vorteilsverschaffung zu verfeinern und Ungleichgewicht in natürliche Kreisläufe einzubringen. Dieser Prozeß verlief bis zum Beginn des Industriezeitalters in einer gleichmäßig ansteigenden Kurve. Bis dahin wurde im wesentlichen die Kraft von Mensch und Tier zur Erlangung der Vorteile eingesetzt. Mit Erfindung der Dampfmaschine jedoch brach endgültig die Zeit an, die den ruinösen Beginn des Energieverbrauchs einleitete.
Gesellschaftliche Lebensformen unterschiedlicher Prägung haben bis dahin Unterschiede geschaffen, die es Einzelnen ermöglichten, auf Kosten anderer eine Anhäufung von Vorteilen zu erreichen. Längst war die Vorteilverschaffung nicht mehr auf reine physische Lebenserhaltung ausgerichtet, sondern sie diente ausschließlich der Macht. Macht versprach Annehmlichkeiten in unbegrenztem Ausmaß, ohne daß der Mächtige selbst etwas dazutun musste. Diese Möglichkeit war Anlaß genug, mit allen Mitteln zu versuchen die Macht zu erreichen und zu erhalten, wobei egoistische Denkweisen immer im Vordergrund standen. Einmal Erreichtes wieder rückgängig zu machen, weil man erkannt hat, daß man nicht mehr als “leben” kann, ist eine für den Menschen bis heute schwer zu begreifende Handlungsweise.
Solange die Möglichkeiten bestehen mehr Annehmlichkeiten zu erreichen wird das Wachstum anhalten. Die Verstärkung der menschlichen Kraft durch den Einsatz von Maschinen beschleunigte den Wachstumsprozeß seit rund 2oo Jahren in unverhältnismäßigem Umfang. Dazu kommen neue Technologien und die Entdeckung von Material die im Verteilungssystem der Macht neue Vorteile versprechen. Ohne auf die Reaktion der Natur zu achten, nahm der Mensch für sich das Recht in Anspruch, der Erde Dinge zu entreißen, die Jahrmillionen gebraucht haben dort hin zu gelangen. Erdgeschichtlich haben die Elemente so lange gearbeitet, sich verändert und sich umgeschichtet, bis sich die vielfältigen Lebensformen erst bilden konnten. Schädliches war dort abgelagert wo es keinen Schaden mehr anrichten konnte und lebensfördernde Materie begann sich in Kreisläufe einzuordnen, die die Gesetzmäßigkeit der Natur ausmachen. Der Mensch mit seiner Fähigkeit zu denken - eigentlich eine Fehlentwicklung in der Evolution- bringt es fertig, innerhalb der im Verhältnis zum Erdalter kurzen Zeit von wenigen Jahrhunderten, die Verhältnisse nachhaltig zu stören. Die Folgen seines einnehmenden Wesens nicht erkennend, ist er auf dem besten Weg, sich selbst die Lebensgrundlage, die Natur zu zerstören. Der Ausbruch aus dem Kreislauf der Natur - der auf einer Unzahl von Kreislauf-Systemen, die untrennbar miteinander verbunden sind basiert - kann in der Konsequenz nur zum Ausschluß daraus führen.
Die Natur zeigte in der Vergangenheit immer wieder, daß Fehlentwicklungen an sich selbst zerbrachen. Den Dinosaurieren wurde ihre Größe zum Verhängnis, so wie unsere Größe (Zahl der Menschen heute und in Zukunft gleich Wachstum) unsere Zukunft entscheiden wird. Vorausgesetzt die Voraussagen für das Jahr 2ooo treffen in dem Umfang zu, wie sie in der Studie “Global 2ooo” dokumentiert sind, so hieße das, daß eine Verdoppelung aller heutigen Probleme auf uns zukommt. Gehen wir davon aus, daß die Problemstellung durch neue Technologien halbiert wird, heißt das immer noch 5o% mehr Schwierigkeiten, die die Welt zu verkraften hat. Angesichts der heute schon bedrohlichen Lage hinsichtlich der Ernährung der Menschheit bedeutet das, daß noch mehr Menschen die Möglichkeit entzogen wird ihr Leben zu erhalten. Abhilfe zu schaffen ist nur mit erneutem Wachstum möglich.
Wirtschaftswachstum in Form Produktionssteigerungen in der Landwirtschaft (Intensivierung, Düngung, Ausweitung der Anbauflächen) bedeuten weiteren Verbrauch von Landflächen und Belastung der Umwelt durch Schadstoffe. Dazu kommt der Landverbrauch für Industrieansiedlungen, Verkehr, Freizeitmöglichkeiten etc. Die Verdrängung der Natur findet auf breiter Front statt. Zu Land und zu Wasser werden gravierende Veränderungen stattfinden, deren Auswirkungen auf die noch vorhandenen Kreisläufe der Natur nur zu ahnen sind. Erste ernst zunehmende Anzeichen sind mit dem “sauren Regen” sehr deutlich geworden. Unsere Wühlarbeit in der Erde, die Freilegung von Stoffen die lange Zeit dem Kreislauf der Natur aus dem Weg geräumt waren, wird uns zum Verhängnis.
Mit System verbreit wie einen Schmutzfilm über die ganze Welt, der so ziemlich alles durcheinanderbringt was lang gut funktioniert hat. Die Regelmäßigkeit der Natur wird durchbrochen durch die Maßlosigkeit der Menschen. Wachstum ohne Grenzen ist widernatürlich und deshalb zum Sterben verurteilt. Die Zeit des Menschen auf diesem Globus ist im Vergleich zur Gesamtzeit ein Nichts, ein kurzer Augenblick; für die Zeit die war und die noch kommen wird völlig unbedeutend. Doch ist das ein Grund für uns auf Abänderung zu verzichten? Wir empfinden ein Menschenleben als lang. Ist unser heutiges Leben zu lange, daß wir mit allen Mitteln versuchen es zu verkürzen? Ist es nicht sinnvoller den Geist nutzen, das auszulöffeln, was wir uns eingebrockt haben? Der Verstand hat uns in eine bedrohliche Situation gebracht, weil er zu lange falsch eingesetzt wurde. Warum benutzen wir ihn jetzt nicht, aus dieser Situation wieder herauszukommen? So schnell wie wir in den letzten hundert Jahren dem Wachstum zusprachen, genauso schnell müssen wir jetzt nach Lösung ausschauen. Die Art der Lösung liegt noch in unserer Hand. Lassen wir alles laufen wie bisher, tritt die Lösung von selbst ein. Die Vernichtung der Umwelt wird für eine radikale Entscheidung ursächlich sein. Hunger, Vergiftung und Sauerstoffmangel besorgen das Nötige. Kriegerische Auseinandersetzungen mit konventionellen Waffen sind ein schwer kalkulierbarer Faktor. In jedem Fall erfolgt auch dadurch eine Dezimierung der Menschen. Auslöser für solche Kriege werden die mangelnden Lebensgrundlagen sein. Ein entstehender Atomkrieg wird unter Anwendung des heutigen Waffenpotentials ohnedies zu einer endgültigen Lösung führen.
Bleibt also nur noch die freiwillige Einstellung des Wachstums und eine Rückführung zu einem Punkt, wo das menschliche Dasein in Einklang mit der Natur steht. Das bedeutet : durchaus nicht den Verzicht auf Technologien die umweltfreundlich sind. Die Entwicklung von neuen, umweltfreundlichen Techniken, die geistige und gesellschaftliche Wandlung unserer Systeme sind dafür Grundbedingungen. Je früher diese Wandlung einsetzt, um so schonender und langsamer kann sie vor sich gehen. Die Katastrophe ist der kürzeste und schnellste Weg, sofern danach noch Wandlungsmöglichkeiten vorhanden oder nötig sind. Ein Umdenken in vielen Bereichen des täglichen Lebens - dazu gehört auch die Religion - ist notwendig, um diesen gewiß nicht einfachen Gesundungsprozeß einzuleiten. Uns Menschen bleibt nur wenig Zeit für die Entscheidung: Fortbestehen oder von dieser Welt zu verschwinden. Die Natur ist uns in diesem Fall weit überlegen.
Die Zeit, die der Sonne gegeben ist, mit ihrer Energie auf dem Erdball Leben zu ermöglichen, reicht aus, die Entstehungsgeschichte des Lebens vielfach zu wiederholen. Auch wenn wir Menschen mit unseren heutigen Atomwaffen die Erde wieder in einen Glutball verwandeln würden, wäre das nur ein kurzes Zwischenspiel. Neues vielfältiges Leben wird entstehen und vielleicht werden Geschöpfe darunter sein, die wieder mit Fehlern behaftet sind, die wieder aussortiert werden. Uns bleibt es heute belassen, mittels unseres Geistes unsere Fehler zu erkennen und zu korrigieren, die Dauer unseres Aufenthaltes auf dem blauen Planeten selbst zu bestimmen.
Erst wenn es uns gelingt die Vernunft vor die Macht zu stellen, dem quantitativen Wachstum zu entsagen, erst dann bestehen noch Chancen für unseren Fortbestand ohne das ” Zutun einer Katastrophe.
“Global 2ooo” ist jedoch die Katastrophe. Es sind noch 27 Jahre bis dahin.
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Anmerkung 2009:
Als ich diesen Text 1983 schrieb, kannte ich noch nicht die Triebfeder des heutigen Wachstums, den Fehler in unserem Geldsystem, das ohne Wachstum nicht überleben kann. Seit meinem Kontakt mit den Freiwirtschaftlichen Erkenntnissen Silvio Gesells stellt sich die Situation weit gefährlicher dar als oben beschrieben. Wie Ausarbeitungen aus neuerer Zeit (”Klimakriege” H. Welzer.* ) bestätigen, ist meine damalige Ansicht auch heute noch absolut zutreffend.
* http://www.sueddeutsche.de/wissen/415/439158/text/
Diese Ausführungen kannte ich noch nicht, als ich die Texte schrieb. Hoch interessant!